Und er lächelt immer noch…

Was für eine Woche für die große Bühne der Weltpolitik. Da inszenierte Donald Trump letzte Woche erst seinen ganz persönlichen Friedensgipfel, den „Alaska 2025 Gipfel“. Mit allem Pomp, den man von ihm gewohnt ist: warme Worte, feste Händedrücke und bedeutungsschwangere Blicke mit Wladimir Putin. Man wollte ja nicht weniger als den Frieden für die Ukraine. Zuerst sollte es ein Waffenstillstand sein, ein Innehalten. Als das auf wenig Gegenliebe im Kreml stieß, fantasierte Trump von einem großen Friedensabkommen. Klingt gut, oder? Man spürte förmlich die Nobelpreis-Vibes in der kalten Luft Alaskas.

Doch dann kam die heutige Nacht. Und mit ihr die Realität, die so gar nicht zu den Hochglanz-Bildern aus Anchorage passen wollte. Während man in den USA vielleicht noch von diplomatischen Erfolgen träumte, ließ Putin die Maske fallen – oder besser gesagt, er hat sie nie wirklich aufgesetzt. Mit einer Welle von 574 Drohnen und 40 Raketen schickte er seine ganz persönliche Antwort auf Trumps Avancen quer durch die Ukraine. Einer der schwersten Angriffe des ganzen Jahres. Ein Toter, mindestens 15 Verletzte. Das ist die ungeschminkte Verhandlungsbasis des Wladimir Putin.

Man muss es in seiner ganzen Brutalität so klar sagen: Putin hat Trump vorgeführt. Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern für alle Welt sichtbar. Die warmen Gesten? Eine Farce. Die Gespräche über den Frieden? Makulatur, noch bevor die Tinte trocken war. Putin demonstriert mit einer geradezu arroganten Offenheit, was er von Trumps Gerede hält: absolut nichts. Für ihn ist Trump offensichtlich nur ein weiterer „nützlicher Idiot“ aus dem Westen, ein Maulheld, dessen großen Worten keine Taten folgen. Einer, den man lächelnd umarmen kann, während man schon den nächsten Raketenangriff befiehlt.

Die eigentliche Frage ist, wann diese Erkenntnis auch bei Trump selbst ankommt. Bislang scheint er in seiner eigenen Realität gefangen, in der er glaubt, mit Autokraten auf Augenhöhe dealen zu können. Er scheint nicht zu begreifen, dass für Putin einzelne Menschenleben, Verträge oder gar diplomatische Ehrenworte keinerlei Wert besitzen. Es zählt nur die knallharte Machtdemonstration. Und die hat er geliefert, während Trump noch vom Frieden sprach.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Botschaft aus Moskau jedenfalls laut und deutlich verstanden. Für ihn ist klar: „Bislang gibt es aus Moskau kein Signal für die Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen, um diesen Krieg zu beenden.“ Wie auch? Die Sprache Russlands sind nicht Worte am Verhandlungstisch, sondern Einschläge in Kyjiw und Lwiw.

Trump steht nun als das da, was er in Putins Augen vermutlich schon immer war: ein Weichei. Ein lauter, aber letztlich harmloser Geschäftsmann, der das blutige Schachbrett der Geopolitik mit einer Immobilienverhandlung verwechselt. Die bittere Ironie ist, dass Trump mit seinem Wunsch nach einem schnellen „Deal“ genau die Schwäche offenbart, die Putin so meisterhaft auszunutzen weiß. Die Frage ist nicht mehr, ob Putin Trump ausnutzt. Die Frage ist, wie lange Trump sich das noch gefallen lässt, bevor er merkt, dass man mit einem Raubtier nicht verhandelt, indem man ihm den Bauch krault. Aber bis dahin… lächelt Putin weiter.

Ukraine meldet einen der schwersten russischen Luftangriffe des Jahres

Die in der Nacht gemeldeten Angriffe Russlands auf die Ukraine sind nach Angaben des ukrainischen Militärs eine der größten des Jahres. Russland habe 574 Drohnen und 40 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt, teilte die Luftwaffe mit. Mindestens ein Mensch wurde getötet, mindestens 15 weitere wurden verletzt, teilten Behördenvertreter mit.

Quelle: zeit.de, „Ukraine meldet einen der schwersten russischen Luftangriffe des Jahres“


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