Donald Trumps neuer Kurs gegen den russischen Angriffskrieg

Russlands brutale Kriegsführung: Zwischen gezieltem Terror und Washingtons neuem Kurs

Der Krieg in der Ukraine schreibt seine blutige Chronik unerbittlich fort. Während auf diplomatischer Ebene nach Lösungen gesucht wird – so traf sich der US-Sondergesandte Steve Witkoff mit Wladimir Putin in Moskau – eskaliert die Gewalt an anderer Stelle. Ein russischer Angriff traf ein Ferienlager in der Südukraine, forderte mindestens zwei Todesopfer und ein Dutzend Verletzte. Dies ist ein erschütterndes Beispiel für die Brutalität, die sich gezielt gegen zivile Ziele richtet.

Diese Taktik hat System. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „absichtlichen Schlag gegen unsere Vorbereitungen für die Heizperiode“, nachdem auch eine Gasanlage bei Odessa attackiert wurde. Es ist ein kalkulierter und zynischer Versuch, die Lebensgrundlagen der Zivilbevölkerung zu zerstören. Parallel dazu intensivieren beide Seiten ihre Angriffe auf die jeweilige Bahninfrastruktur, um die lebenswichtige Logistik des Gegners zu lähmen.

An der Frontlinie selbst setzt sich das mörderische Ringen fort. Ukrainische Einheiten verzeichnen einen Vorstoß bei Tschassiw Jar, während russische Truppen an anderen Abschnitten in der Region Donezk weiter vorrücken. Es ist ein zermürbender Abnutzungskrieg, der auf beiden Seiten einen hohen Tribut fordert. Laut ukrainischen Angaben stockt Russland seine Truppen monatlich um rund 9.000 Personen auf, um die schweren Verluste auszugleichen.

In diese festgefahrene Situation hinein kommt nun ein starker Impuls aus Washington. US-Präsident Donald Trump versucht, die Dynamik zu durchbrechen. Er hat Russland ein klares Ultimatum bis Freitag gesetzt, um einer Beendigung des Krieges zuzustimmen. Andernfalls drohen weitreichende neue Sanktionen. Dieser Vorstoß wird durch eine zweite, wirtschaftliche Strategie ergänzt: Trump argumentiert, dass sinkende Energiepreise Russland die finanzielle Grundlage für den Krieg entziehen könnten. Wenn der Preis für Öl signifikant fällt, so die Überlegung, hat Putin „keine andere Wahl“, als einzulenken. Es ist der Versuch, Moskau über eine Kombination aus direktem diplomatischem Druck und gezieltem wirtschaftlichen Hebel zum Handeln zu zwingen.

Die Verbündeten der Ukraine bleiben derweil aktiv. Die USA unterstützen die Instandsetzung wichtiger Artilleriesysteme, während die skandinavischen Länder Hunderte Millionen Euro für eine Nato-Initiative bereitstellen. Gleichzeitig macht die wiederholte Verletzung des litauischen Luftraums durch russische Drohnen deutlich, wie angespannt die Lage an der NATO-Ostflanke ist.

Die Lage bleibt verfahren und kompliziert. Auf der einen Seite steht die grausame Realität des russischen Angriffskrieges mit täglichen Angriffen auf die ukrainische Zivilbevölkerung. Auf der anderen Seite steht der entschlossene Versuch der US-Regierung, mit einer klaren Fristsetzung und wirtschaftlichem Druck eine Wende herbeizuführen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob diese neue, harte Linie Washingtons Früchte tragen kann.

Quelle: ZEIT


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