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McKinsey, die russische Rüstungsindustrie und das dt. Verteidigungsministerium.

Die ZEIT legt in einem Artikel dar, wie die Unternehmensberatung McKinsey einerseits für das deutsche Verteidigungsministerium tätig war, andererseits parallel dazu für einen russischen Staatskonzern, der für die russische Rüstungsindustrie äußerst wichtig ist, Rostec. Dessen Chef, Sergej Tschemesow, war bereits seit 2014, also seit dem erstmaligen russischen Angriff auf die Ukraine und die völkerrechtswidrige Aneignung der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland, auf der EU-Sanktionsliste. Das hinderte aber scheinbar McKinsey nicht daran, für das Unternehmen tätig zu sein.

Tschemesow ist ein treuer Unterstützer Putins und meldet die Ergebnisse des Konzerns persönlich an Putin weiter. Putin selbst war Ende November 2022 zum 15-jährigen Jubiläum des Konzerns geladen und betonte dort in einer Stellungnahme, dass von dem Konzern nun alles getan werden müsse, um die Bedürfnisse der russischen Streitkräfte zu erfüllen.

Auch im deutschen Verteidigungsministerium hatte man scheinbar keine Bedenken gehabt. Die aktuelle deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, SPD, meint zumindest zu der Frage, ob es nicht problematisch gewesen sei, wenn eine Unternehmensberatung im sensiblen Rüstungsbereich sowohl für die deutsche wie auch die russische Seite zugleich tätig war: „Dazu liegen keine Erkenntnisse vor.“

Der Konzern Rostec stellt unter anderem den Militärhubschrauber KA 52 Alligator her, welchen die russische Armee aktuell im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine einsetzt. Zudem fertigt er auch das Panzir-Raketensystem und Lamaz-Lastwagen, die Russland in diesem Krieg ebenfalls einsetzt.

McKinsey ist offiziell mittlerweile nicht mehr in Russland tätig, allerdings sind es ehemalige russische McKinsey Mitarbeiter nach wie vor, die ihre Dienste nun einfach in einer Unternehmensberatung mit anderen Namen anbieten, nämlich als Yakov & Partners.

Das deutsche Verteidigungsministerium sieht scheinbar keinen Interessenkonflikt, wenn ein Konzern wie McKinsey gleichzeitig für die russische Rüstungsindustrie und das deutsche Verteidigungsministerium bzw die Bundeswehr tätig ist. Es gibt offensichtlich keine Hinweise darauf, dass geschützte Informationen durch McKinsey weitergeleitet wurden. Allerdings hat die Wertpapieraufsicht SEC in den USA im Jahr 2021 dem Pensionsfonds MIO Partners, der McKinsey gehört, eine Strafe von 18 Millionen Dollar auferlegt, weil dieser Investitionen vorgenommen hatte, die teilweise auf vertraulichen Informationen aus dem Beratungsgeschäft von McKinsey basierten. Mehrere McKinsey-Berater waren, wie in einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses im April 2022 bekannt wurde, gleichzeitig für die staatliche Arzneimittelbehörde als auch für Pharmakonzerne tätig gewesen.

Genauer kann man das Ganze hier nachlesen.

Im deutschen Verteidigungsministerium hingegen ist man in Bezug darauf, dass externe Berater wie McKinsey ihre Verschwiegenheitspflicht wahrnehmen würden, voller guter Hoffnung.

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