Paulus von Tarsus

Paulus von Tarsus, hebräisch Saulus, geboren in der Türkei. Zeltmacher. Studiert bei seinem Lehrer Gamaliel in Jerusalem die jüdische Überlieferung.

Glühender Verfolger der ersten Christen, die aus dem Judentum hervorgegangen waren. Paulus, selbst Jude, sah in ihnen eine große Bedrohung für den jüdischen Glauben.

Im Jahre 33 nach Christus auf dem Weg nach Damaskus dann ein für ihn sehr einprägsames Berufungserlebnis. Jesus erscheint ihm in einer Version, danach ist Paulus um 180 Grad gedreht.

Er wird nun ein glühender Missionar des Christentums und hat das neue Testament in der Bibel maßgeblich geprägt.

Auf seiner Theologie wird in 16. Jahrhundert auch Martin Luther aufbauen, wenn er im Römerbrief des Paulus die Grundlagen für seine Rechtfertigungslehre findet: Das Gesetz der Werke hat ein Ende, das Gesetz des Glaubens tritt an dessen Stelle – Wir sind vor Gott gerecht, wir sind also von Gott angenommen, nicht, weil wir unglaublich viele und gute Taten tun, sondern wir sind von Gott angenommen, indem und wenn und weil wir an ihn glauben, an ihn, der sich in dem Menschen Jesus gezeigt hat. Gott nimmt uns nicht wegen unserer Taten an, sondern trotz unserer Taten, einfach deswegen, weil er uns annehmen will. Dazu brauchen wir nur an ihn zu glauben.

Durch dieses Geschenk, das Gott uns hier macht, dadurch also, dass er uns einfach so aus Gnade und aufgrund unseres Glaubens annimmt, macht Gott den ersten Schritt auf uns Menschen zu. Er gibt sich uns Menschen zu erkennen in Jesus.

Indem wir Menschen erkennen, dass Gott uns auf diese Weise annimmt, verändern wir uns innerlich. Wir müssen keine umwerfenden Taten tun, um Gott genügen zu können, aber wir wollen es nun versuchen. Wir wollen auf sein Geschenk reagieren und nun auch mit seinen Geschöpfen, den Menschen und auch den Tieren, anständig umgehen. Dass wir dies auch sollen, hat Gott in Jesus uns Menschen mitgeteilt: Nächstenliebe, Feindesliebe, Selbstannahme.

Mit Paulus beginnt also etwas Großes.

4 Gedanken zu “Paulus von Tarsus

  1. @ „Das Gesetz der Werke hat ein Ende, das Gesetz des Glaubens tritt an dessen Stelle“

    Ich kenne Glaubens-Bekenntnisse und Glaubens-Konstrukte.
    ◾ Was, bitte soll denn ein „Gesetz des Glaubens“ sein?
    ◾ Ein „Gesetz der Werke“ erschließt sich mir eben so wenig.
    ◾ Und was heißt: „Wir sind vor Gott gerecht“?

    .
    @ „wir sind … von Gott angenommen“

    Da wäre ja noch eine Spaltung, eine Entfernung.

    .
    @ „nicht, weil wir unglaublich viele und gute Taten tun“

    …oder böse Taten tun.

    Wahr ist: Niemand ist von Gott getrennt;
    und wenn er sich noch so sehr anstrengt!

    .
    @ „wir sind von Gott angenommen, indem und wenn und weil wir an ihn glauben“

    Ob jemand „an Gott glaubt“ oder nicht, ist
    davon unberührt. Gott läßt niemanden fallen.

    .
    @ „Gott nimmt uns nicht wegen unserer Taten an, sondern trotz unserer Taten, einfach deswegen, weil er uns annehmen will. Dazu brauchen wir nur an ihn zu glauben.“

    Du hältst Gott scheint´s, für extrem kleinkariert. 😇
    Gott: „Du glaubst an mich, also nehme ich dich an.“
    Gott: „Du glaubst nicht an mich, also verstoße ich dich.“

    Wohin sollte Gott jemanden verstoßen,
    wo es doch außer Gott gar nichts gibt?

    .
    @ „Gott … dadurch also, dass er uns … aufgrund unseres Glaubens annimmt“

    Das ist Quatsch.

    Gott selektiert nicht. Gott ist Liebe.

    Es ist der menschliche Verstand, der selektiert zwischen Freund
    und Feind und anderem Unsinn, aber nicht… das Göttliche.

    .
    @ „Gott … gibt sich uns Menschen zu erkennen in Jesus.“

    Ja, aber nicht NUR in Jesus.

    Jesus ist übrigens so radikal, daß
    er nicht wirklich verstanden wird.

    .
    @ „Nächstenliebe, Feindesliebe, Selbstannahme.“

    Exact. Da geht´s lang.

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  2. Ergänzung:

    Dem einen oder anderen ist bestimmt schon aufgefallen,
    daß das Wort „Feindesliebe“ ein bißchen irritierend wirkt.

    Denn wenn wir wirklich in Liebe sind,
    können wir keinen „Feind“ lieben, denn
    in der Liebe gibt es gar keine Feinde,
    sondern ausschließlich NUR Menschen.

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