Erst gestern lasen wir zusammen in der Bibel. Die Geschichte von Jakob, wie er um seine Traumfrau Rahel sieben Jahre diente, dann allerdings in der Hochzeitsnacht vom Schwiegervater betrogen und ihm zuerst die älteste Tochter untergeschoben wurde. Aber seine Liebe überwand auch diese Prüfung und er legte noch einmal sieben Jahre Arbeit drauf für Rahel.
Und dann lasen wir, wie in dieser Großfamilie die Kinder kamen. Zuerst Ruben, dann Simeon, Levi usw.
Damals wurden Namen ausgewählt, die eine Bedeutung hatten. Oft auf ein Ereignis hinwiesen oder einen Wunsch verdeutlichten. Ruben heißt übersetzt: „Seht her! Ein Sohn!“ – und spiegelte den Triumph einer ungeliebten Frau wieder, die wenigstens von Gott gesegnet wurde. Zur damaligen Zeit war es eine Riesenschande, kinderlos zu bleiben. Und eine Frau mit Kindern hatte einen viel größeren gesellschaftlichen Status.
Deswegen versteht man gut, dass sie ihrem Erstgeborenen diesen Namen gab.
2. Akt
Heute Morgen nun las ich die moderne Version einer Namensgebung:
Ein Mann in Saudi-Arabien hat seine jüngste Tochter “Ghalaa” genannt, was auf Arabisch “Preissteigerung” bedeutet. Damit will er nach eigenem Bekunden gegen den rapiden Anstieg der Lebenshaltungskosten protestieren. Die saudische Internetzeitung Sabq schrieb, der Beamte habe erklärt, mit einem normalen Gehalt seien die hohen Lebensmittelpreise nicht mehr zu bezahlen. Die Behörden erhoben keine Einwände gegen die Namenseintragung für das Mädchen, das am vergangenen Donnerstag geboren worden war.
3. Akt
Und heute Morgen gingen auch die ersten Wehen los, die uns zu Grosseltern machen sollen – jetzt bin ich natürlich gespannt, welchen Namen das Kleine dann bekommen wird. Ich hoffe natürlich nicht, dass es Ghalaa heißen wird. Das wäre dann doch zu ungewöhnlich…
Foto: losiek ,flickr.com




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