Evolution, ID und Bio

fisch.jpgKardinal Schönborn (Österreich) über die Themen Evolution, Intelligent Design und Biologie. Hier lesen.
Wie schon öfters erwähnt, scheint es sich hier um verschiedene Bezugssysteme zu handeln: die Biologen wagen es nicht, an ihren Theorien zu rütteln, weil das nicht ins Weltbild passt. Die ID-Anhänger stellen jedoch das Weltbild in Frage. Und dann gibt es noch deren schärfere Gruppe

 – die der Kreationisten – die recht obskure Ansichten vertreten (die Welt sei erst 6000 Jahre alt und Gott habe die Menschen nur täuschen wollen, als er die Dinosaurier vergrub – und habe dabei aber nicht mit den schlauen Menschen gerechnet).
Dennoch: die Fragen, die durch ID aufgeworfen werden, sind durchaus nachfragenswert. Ebenso ist zu hinterfragen, inwieweit die Evolutionstheorie mit diesen riesigen Unwahrscheinlichkeiten zurecht kommt, die sie behauptet: dass alles durch Zufall entstanden sei – das ist nämlich nicht sonderlich wahrscheinlich, je mehr man darüber nachdenkt. Das ist in etwa so, wie wenn sich z.B. WindowsXP selbst programmieren würde. Zwar hätte es dafür dann einige Millionen Jahre Zeit – dennoch hat es eine Komplexität, von der man nicht erwarten würde, dass sie zufällig entstehen könnte.
Der Mensch ist zudem noch wesentlich komplexer – man nehme nur ein mal das Gehirn als Beispiel.

Allerdings ist das Weltbild, das sich aus einer Hinterfragung der Evolutionstheorie – zumindest in der letzen Konsequenz – ergeben könnte, eines, das der aufgeklärten Gesellschaft dann auch wiederum sehr obskur vorkäme.
Obskur sind letztlich jedoch auch andere Dinge: Der Urknall, die Unendlichkeit und das Bewußtsein.

Lesen Sie auch: > Unordnung im Ordnungssystem (SPIEGEL)


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