Endlich Ferien & Karneval!

Servus zusammen! Endlich ist es so weit: Der letzte Schultag in Bayern ist geschafft, die Schultaschen fliegen in die Ecke und die Faschingsferien knallen rein. Während die einen schon ihr Kostüm klarmachen und die anderen einfach nur froh über die Pause sind, stellt sich die Frage:

Hat der ganze Trubel eigentlich was mit Gott zu tun? Spoiler: Aber hallo!

​Theologie muss nicht immer staubig und bierernst sein. Eigentlich ist Fasching – oder theologisch ausgedrückt: das Fest, das Spiel und die Maske – ein tiefmenschliches Ding, das auch die ganz Großen der Kirchengeschichte beschäftigt hat.

​1. Mal ordentlich abschalten: Die Tugend des Spiels

​Wer denkt, dass Heilige nur zum Beten im Keller saßen, irrt sich gewaltig. Thomas von Aquin, der Rockstar der mittelalterlichen Theologie, war überzeugt, dass wir Pausen und Spaß brauchen, um nicht durchzudrehen. Er nannte das die Tugend der Eutrapelia (die gute Wendigkeit oder der wohlgeformte Scherz).

​„Wie der Mensch der körperlichen Ruhe bedarf zur Erneuerung des Körpers, der nicht ununterbrochen arbeiten kann, so bedarf er auch der Ruhe der Seele. Die Ruhe der Seele aber ist das Vergnügen.“

(Thomas von Aquin, Summa Theologica II-II, q. 168, a. 2)

​Also: Wenn ihr heute Abend feiert, tut ihr quasi was für eure Seele. Gönnt euch!

​2. Die Maske und das wahre Ich

​An Fasching ziehen wir uns Masken an, um mal jemand anderes zu sein. Aber sind wir im Alltag nicht oft auch verkleidet? Erasmus von Rotterdam, der schlagfertige Humanist der Reformationszeit, hat das in seinem Klassiker „Das Lob der Torheit“ ziemlich trocken kommentiert. Er findet, dass das ganze Leben eigentlich ein großes Theaterstück ist.

​„Das ganze menschliche Leben ist doch nichts anderes als eine Art Komödie, in der die einen in dieser, die anderen in jener Maske auftreten und jeder seine Rolle spielt, bis der Regisseur ihn von der Bühne abtreten lässt.“

(Erasmus von Rotterdam, Das Lob der Torheit, Kap. 29)

​Theologisch gesehen ist die Karnevalsmaske eine Befreiung: Wir zeigen, dass die Rollen, die wir im Job oder in der Schule spielen, nicht alles sind. Wir sind mehr als unsere Noten oder unser Kontostand.

​3. Gott liebt die Party

​Der moderne Theologe Jürgen Moltmann hat eine ganze „Theologie des Spiels“ geschrieben. Er sagt, dass wir im Feiern und Tanzen schon mal ausprobieren, wie sich echte Freiheit anfühlt – so eine Art Vorschau auf den Himmel.

​„Im Spiel antizipiert der Mensch eine Welt ohne Herrschaft und ohne Zwang. Das Spiel ist eine Vorübung der Freiheit.“

(Jürgen Moltmann, Die ersten Freigelassenen, S. 34)

​Wenn wir also jetzt in die Karnevalswoche starten, ist das kein „sinnloses Saufen“, sondern – wenn man es richtig anstellt – ein Statement für die Freiheit. Auch Karl Rahner, einer der wichtigsten Denker des 20. Jahrhunderts, betont, dass Gott mitten im normalen Leben steckt, auch da, wo es laut und lustig zugeht.

​„Der Christ ist ein Mensch, der keine Angst hat, auch einmal weltlich zu sein.“

(Karl Rahner, Schriften zur Theologie)

​4. Der Übergang: Erst Konfetti, dann Asche

Klar, nach dem Fasching kommt der Aschermittwoch. Aber ohne die Freude vorher wäre der Verzicht danach nur halb so viel wert. Papst Franziskus erinnerte uns immer wieder daran, dass der Glaube keine Trauerveranstaltung ist.

​„Ein Evangelium ohne Freude ist kein Evangelium.“

(Papst Franziskus, Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium, 2013)

In diesem Sinne: Nutzt die Ferien, schmeißt das Konfetti und genießt die Zeit. Egal ob ihr als Superheld, Pirat oder einfach nur als ihr selbst unterwegs seid – die Freude ist ein göttliches Geschenk.

Haut rein und schöne Faschingsferien!


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