Erpressung als Methode: Droht an der Grönland-Frage der Zerfall der EU?

Die Welt blickt im Januar 2026 wieder einmal fassungslos auf das Weiße Haus. US-Präsident Donald Trump hat einen handfesten Handelskonflikt vom Zaun gebrochen, der in seiner Absurdität und Härte alles bisher Dagewesene übertrifft. Mit der Ankündigung von Strafzöllen für einzelne EU Länder, die ab 1. Februar zehn Prozent und später bis zu 25 Prozent betragen sollen, will Trump Dänemark zum Verkauf von Grönland zwingen.

Betroffen sind gezielt ausgewählte europäische Staaten wie Deutschland, Frankreich und die skandinavischen Länder. Während die deutsche Wirtschaft eine geschlossene Antwort aus Brüssel fordert, steht das Fundament der Europäischen Union vor einer Zerreißprobe.

​Die Strategie der Spaltung

Es ist offensichtlich, dass Trump hier ein Spiel spielt, das weit über bloße Wirtschaftspolitik hinausgeht. Indem er nicht die gesamte EU, sondern nur bestimmte Mitgliedstaaten mit Zöllen belegt, setzt er einen Keil in die europäische Gemeinschaft. Sein Ziel ist es, dass die betroffenen Länder aus purer Not eigenständige Deals mit den USA suchen, während die unbeteiligten Staaten tatenlos zusehen.

​Diese Taktik des „Teile und Herrsche“ folgt einer Logik, die man sonst eher aus Moskau kennt. Ein zerstrittenes Europa liegt ganz im Interesse Wladimir Putins, da ein geschwächter Staatenbund keine wirksame Gegenmacht mehr darstellt. Doch während es Putin um langfristigen geopolitischen Einfluss geht, handelt Trump aus einem extremen Egoismus heraus. Für ihn zählen nur die kurzfristigen Vorteile für die USA und sein persönliches Image als „Dealmaker“.

​Wirtschaft als Waffe

Die deutsche Industrie, allen voran Verbände wie der VDMA und die DIHK, schlägt zu Recht Alarm. Wenn die EU jetzt nachgibt, wird das Prinzip der Erpressung zum Standardwerkzeug der internationalen Politik. Grönland ist kein bloßes Handelsgut, sondern Teil der europäischen Identität und Sicherheit.

​Die EU verfügt zwar über Schutzmechanismen wie das Anti-Coercion Instrument (ACI), um sich gegen wirtschaftlichen Zwang zu wehren. Doch die Anwendung dieses Werkzeugs erfordert Mut und vor allem Einigkeit. Sollten die Hauptstädte nun anfangen, nur noch an ihr eigenes Hemd zu denken, wäre das der Anfang vom Ende. Die Vielschichtigkeit dieser Krise zeigt, dass es nicht nur um Maschinen und Autos geht, sondern um die Frage, ob Europa als politischer Akteur überhaupt noch existiert.

​Das Risiko des Scheiterns

Sollte Trump es tatsächlich schaffen, die EU zu spalten, wären die Folgen katastrophal. Wenn Länder wie Deutschland oder Dänemark im Regen stehen gelassen würden, während andere EU-Staaten so täten, als ginge sie das Ganze nichts an, wäre der Zusammenhalt zerstört. Ein solches Szenario würde beweisen, dass die Solidarität innerhalb der Union nur eine Schönwetter-Floskel wäre.

​Ein gespaltenes Europa wäre für die Zukunft handlungsunfähig. Es könnte weder den USA die Stirn bieten noch sich gegen die Bestrebungen aus dem Osten wehren. Die EU wäre in diesem Fall schwer beschädigt oder sogar dauerhaft zerstört.

​Ausblick auf eine unsichere Zukunft

Europa steht am Scheideweg. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Kontinent die Kraft findet, als Block aufzutreten, oder ob er sich von einem US-Präsidenten im Alleingang zerlegen lässt. Es geht längst nicht mehr nur um Zölle oder eine Insel in der Arktis. Es geht darum, ob die Idee einer vereinten europäischen Antwort überlebt. Wenn die EU jetzt nicht mit einer Stimme spricht, wird sie in einer Welt, die nur noch die Sprache der Stärke versteht, künftig keine besondere Rolle mehr spielen.

Quellen:


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