Venezuela als Schlüssel, um russischen Angriffskrieg zu beenden?

Öl als Waffe: Kann Trumps Venezuela-Strategie den Krieg in der Ukraine beenden?

​Die jüngsten militärischen Aktionen der USA vor der Küste Venezuelas und die Blockade sanktionierter Tanker markieren einen Wendepunkt in der globalen Geopolitik. Was oberflächlich wie ein regionaler Konflikt oder ein Kampf gegen den Drogenschmuggel aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein großangelegter Angriff auf die wirtschaftliche Lebensader Russlands.

​Die venezolanische Schatzkammer im Visier

​Venezuela besitzt die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt. Unter der Herrschaft von Nicolás Maduro wurde diese Ressource jedoch durch Missmanagement und Korruption fast vollständig ruiniert. Für Donald Trump ist dieses Öl „gestohlenes Vermögen“, das ursprünglich durch US-Investitionen erschlossen wurde.

​Das strategische Ziel ist klar: Ein Regime-Change in Caracas soll den Weg frei machen für US-Firmen, die Produktion massiv hochzufahren. Wenn Venezuela wieder drei Millionen Barrel pro Tag statt der aktuellen einen Million fördert, hätte das drastische Folgen für den Weltmarkt.

​Der Ölpreis-Hebel gegen Moskau

Russlands Kriegskasse für den Überfall auf Kyjiw wird fast ausschließlich durch Energieexporte gefüllt. Der Kreml hat seinen Haushalt für 2025 auf einem Ölpreis von etwa 70 Dollar pro Barrel kalkuliert. Fällt der Preis dauerhaft unter 50 oder 40 Dollar, bricht das russische System zusammen.

  • Preiskrieg: Wenn die USA den Markt mit venezolanischem Öl fluten, sinkt der Weltmarktpreis.
  • Margen-Verlust: Russland muss sein Öl bereits jetzt mit hohen Preisnachlässen an Indien und China verkaufen. Ein sinkender Weltmarktpreis macht diese Geschäfte für Putin unprofitabel.
  • Finanznot: Ohne die Öl-Milliarden kann Russland weder moderne Waffen produzieren noch die hohen Soldzahlungen für seine Soldaten leisten.

​Die Zerschlagung der russischen Schattenflotte

​Ein Kernpunkt von Trumps Strategie ist die totale Blockade. Russland nutzt eine sogenannte Schattenflotte aus alten, nicht versicherten Tankern, um Sanktionen zu umgehen. Viele dieser Schiffe verkehren zwischen Russland, Kuba und Venezuela.

​Die aktuelle Präsenz der US-Marine vor Venezuela dient dazu, genau diesen Schattenhandel zu unterbinden. Indem die USA diese Schiffe festsetzen oder blockieren, nehmen sie Russland die Möglichkeit, sein Öl unkontrolliert zu verkaufen. Das ist ein schwerer Schlag gegen Putins wichtigste Einnahmequelle.

​Maduro: Ein Diktator ohne Rückhalt

​Die Herrschaft von Nicolás Maduro wird international kaum noch anerkannt. Die Wahlen im Sommer 2024 waren nach Ansicht fast aller unabhängigen Beobachter manipuliert. Maduro herrscht als Diktator, gestützt nur noch auf das Militär und seine Verbündeten in Moskau und Peking.

​Für Russland ist Venezuela der wichtigste Brückenkopf in Amerika. Putin hat Milliarden in das Land investiert, um im „Hinterhof der USA“ präsent zu sein. Ein Sturz Maduros und eine Einsetzung der demokratischen Opposition um Edmundo González und María Corina Machado würde diesen russischen Einfluss mit einem Schlag beenden.

​Völkerrechtliche Grauzone

​Kritiker werfen den USA vor, mit ihren Angriffen und der Blockade das Völkerrecht zu missachten. Ein direktes militärisches Eingreifen ohne UN-Mandat ist rechtlich schwierig. Die Trump-Regierung argumentiert jedoch mit der nationalen Sicherheit und dem Kampf gegen eine „Terrororganisation“ – als solche stuft sie das Maduro-Regime ein. Es ist ein Spiel mit hohem Einsatz, das die Souveränität von Staaten gegen das Ziel der globalen Stabilität abwägt.

​Ein strategischer Wendepunkt

​Sollten die USA tatsächlich die Kontrolle über die venezolanischen Ölfelder erlangen oder zumindest das Maduro-Regime so weit destabilisieren, dass die russische Unterstützung wegbricht, könnte dies den Krieg in der Ukraine schneller beenden als jede diplomatische Verhandlung.

​Es ist eine Strategie des wirtschaftlichen Aushungerns: Wenn Russland kein Geld mehr verdient, kann es keinen Krieg mehr führen. Venezuela ist dabei das Spielfeld, auf dem die Entscheidung über die Zukunft von Kyjiw fallen könnte.


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Kommentare

3 Antworten zu „Venezuela als Schlüssel, um russischen Angriffskrieg zu beenden?“

  1. Avatar von Sabine M.
    Sabine M.

    Steht also Trump nun doch nicht auf der Seite der Russen?

    1. Es bleibt spannend…

      1. Avatar von Sabine M.
        Sabine M.

        Trump setzt seine Wahlversprechen um und tut, was er sagt. Für europäische, speziell deutsche, Politiker ist das intellektuell nicht nachvollziehbar.
        Das heißt jetzt nicht, daß automatisch alles gut ist, was er macht, aber er ist authentisch und setzt sich nicht der Gefahr aus, als Lügner dazustehen wie unser Riesenstaatsmann aus Brilon.

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