
Im Berliner Hotel Adlon herrscht Ausnahmezustand. Vertreter der USA, der Ukraine und der europäischen Staaten – allen voran Bundeskanzler Friedrich Merz – sitzen zusammen, um einen Ausweg aus dem Krieg zu suchen. Während US-Gesandte Druck machen und Kyjiw um seine Existenz bangt, glänzt Russland durch Abwesenheit. Es geht um nicht weniger als den Versuch, Trumps „Friedensdeal“ so umzubauen, dass er nicht zur totalen Niederlage wird.
Das München-Déjà-vu…
Es ist schon eine bittere Ironie, dass ausgerechnet in Deutschland wieder darüber verhandelt wird, wie man einen Diktator ruhigstellen kann, indem man ihm ein Stück vom Nachbarland zum Fraß vorwirft. Was im Adlon gerade als große Diplomatie verkauft wird, erinnert auf gruselige Weise an das Jahr 1938. Damals dachten die Westmächte, sie könnten den Frieden retten, indem sie Hitler das Sudetenland überlassen. Man nannte das Appeasement – Beschwichtigung.
Das Ergebnis ist bekannt: Der Hunger des Aggressors war nicht gestillt, er war gerade erst geweckt. Heute stehen wir an einem ähnlichen Punkt. Die Europäer und die Trump-Vertreter basteln an einem Plan, der Kyjiw zwingen könnte, Gebiete abzutreten, in der naiven Hoffnung, Putin würde sich dann zufrieden zurücklehnen. Aber warum sollte er? Wenn die Geschichte eines lehrt, dann dass Diktatoren Schwäche riechen. Wenn Russland die Ukraine schluckt oder zerstückelt, steht die Armee morgen nicht still, sondern vielleicht an der Grenze zu Polen oder im Baltikum. Die NATO wäre der nächste Gang auf dem Speiseplan.
Man versucht also krampfhaft, Trumps russischen Friedensplan so hinzubiegen, dass er wie ein Kompromiss aussieht und nicht wie eine Kapitulation. Doch das ganze Tamtam um Sicherheitsgarantien und Wiederaufbau wirkt wie der Versuch, ein brennendes Haus mit einem Eimer Wasser zu retten, während der Brandstifter noch im Keller steht.
Die kalte Dusche folgt sofort
All die historischen Parallelen und die ausgeklügelten diplomatischen Schachzüge im Berliner Luxushotel haben nämlich einen entscheidenden Denkfehler. Sie basieren auf der Annahme, dass Moskau überhaupt mitspielen will.
Während sich der Westen noch streitet, wie viel vom Kuchen man abgeben muss, um Ruhe zu haben, dürfte die Antwort aus dem Kreml so kurz wie vernichtend ausfallen. Zu all den schönen Plänen, den Gebietsabtretungen und den halb garen Deals werden die Russen voraussichtlich nur eines sagen: Njet. Und dann stehen wir wieder ganz am Anfang – nur dass der Bär jetzt weiß, dass wir bereit waren, ihn zu füttern.



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