
Mal ehrlich, haben Sie es auch schon wieder in den Nachrichten gehört? „Ein Waldbrand in Spanien hat eine Fläche von drei Saarländern vernichtet.“ Oder: „Ein Eisberg von der Größe des Saarlandes ist von der Antarktis abgebrochen.“ Man könnte meinen, das Saarland existiere nur noch aus einem einzigen Grund: um als ewige Maßeinheit für Katastrophen und gigantische Flächen herzuhalten. Es ist das Opferlamm der deutschen Geografie, der Goldstandard für „ziemlich groß, aber noch vorstellbar“.
Doch wir finden: Das ist langweilig. Und unfair. Warum immer nur Waldbrände und Ölteppiche? Das Potenzial der „Einheit Saarland“ ist so viel größer! Um dem Saarland endlich die verdiente Anerkennung als universelles Vergleichsobjekt zukommen zu lassen, haben wir zehn alternative, absurdere und vor allem alltagstauglichere Größenvergleiche für Sie zusammengestellt.
Vergessen Sie brennende Wälder. Ab sofort wird so gemessen:
- Die Bielefeld-Verschwörung: Wie wir alle wissen, existiert Bielefeld nicht. Sollte es aber doch existieren, dann würde es mit seinen ca. 259 km² fast zehnmal in das Saarland (ca. 2.570 km²) passen. Das Saarland ist also quasi die Mutter aller Verschwörungsstädte. Muss man wissen.
- Unsere Küche: Meine Küche hat stolze 8 Quadratmeter. Das bedeutet, das Saarland entspricht der Fläche von 321.250.000 meiner Küchen. Wenn ich also das nächste Mal sage: „Ich muss mal kurz die Küche aufräumen“, meine ich damit potenziell ein ganzes Bundesland. Das relativiert den Aufwand.
- Der Mond: Unser treuer Begleiter im All hat eine Oberfläche von knapp 38 Millionen Quadratkilometern. Anders ausgedrückt: Man könnte fast 15.000 Saarländer auf dem Mond auslegen. Wäre eine Heidenarbeit und die echten Saarländer würden sich über den fehlenden Schwenkgrill beschweren, aber es ginge.
- Ein handelsübliches Fußballfeld: Die zweite deutsche Maßeinheit für alles. Ein Norm-Fußballfeld misst 7.140 m². Das Saarland entspricht somit der Fläche von ca. 360.000 Fußballfeldern. Das ist das Endspiel der deutschen Vergleichseinheiten, und das Saarland gewinnt. Eindeutig.
- Unser Auto (ein Audi): Die Grundfläche eines Audis beträgt etwa 8 Quadratmeter. Wenn man ganz Deutschland mit Audis zuparken wollte, bräuchte man viele. Wenn man aber nur das Saarland zuparken will, reichen bereits lächerliche 321 Millionen Stück. Stau im Saarland bekommt so eine völlig neue Bedeutung.
- Der Große Pazifische Müllstrudel: Dieser schwimmende Teppich aus Plastik ist etwa 1,6 Millionen Quadratkilometer groß. Das sind ungefähr 622 Saarländer. Vielleicht sollten wir den Müllstrudel einfach in „Saarmeer“ umbenennen? Klingt doch gleich viel netter.
- Alle Dönerbuden Deutschlands aneinandergereiht: Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland rund 16.000 Dönerläden. Wenn wir jedem eine durchschnittliche Fläche von 50 m² geben, ergibt das eine Gesamtfläche von 0,8 km². Man bräuchte also über 3.200 Mal die Fläche aller Dönerbuden, um das Saarland zu füllen. Wäre aber zweifellos das leckerste Bundesland der Welt.
- Das Ego mancher Influencer: Dieser Vergleich ist schwierig zu quantifizieren, da es sich um eine sich dynamisch ausdehnende Fläche handelt. Experten gehen jedoch davon aus, dass das durchschnittliche Influencer-Ego die Fläche des Saarlandes bereits zur Frühstückszeit überschreitet.
- Ein Regentropfen: Ein einzelner, durchschnittlicher Regentropfen bedeckt eine Fläche von vielleicht 20 Quadratmillimetern. Das Saarland ist somit 128.500.000.000.000 Regentropfen groß. Das erklärt auch das Wetter dort. Manchmal.
- Die Fläche, die man beim Suchen der Fernbedienung abläuft: Eine nicht zu unterschätzende Größe. An einem durchschnittlichen Samstagabend kommt da schnell die Fläche eines kleinen Teppichs zusammen. Über ein ganzes Leben gerechnet, so eine Studie, die wir uns gerade ausgedacht haben, läuft man dabei eine Fläche ab, die fast so groß ist wie Saarbrücken. Das ganze Saarland schafft man aber nur, wenn man wirklich, wirklich vergesslich ist.
Das nächste Mal also, wenn wieder jemand das Saarland zum Vergleich heranzieht, können Sie mit Fakten kontern.
Angesichts dieser unbestreitbaren Universalität ist es doch nur ein logischer Schritt, weiterzugehen. Wir fordern hiermit: Schluss mit dem Quadratmeter-Monopol! Es ist an der Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen. Wir müssen die Maßeinheit „Saarland“ – und für den Plural „Saarländer“ – international etablieren und festschreiben. Stellen Sie sich die Klarheit vor: „Sehr geehrte Damen und Herren, die Wohnfläche beträgt 0,00000004 Saarländer.“ Oder auf UN-Ebene: „Die Abholzung des Regenwaldes beträgt bereits 500 Saarländer pro Jahr.“ Das versteht jeder.
In diesem Sinne: Hoch die Tassen auf das Saarland – unseren liebsten Maßstab für einfach alles!



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