Effizienz: Ein Staat braucht doch keine Staatsdiener!

Ja, Sie haben richtig gelesen. US-Präsident Trump hat Elon Musk im Oval Office verabschiedet und dabei Musks „unvergleichlichen“ Einsatz gelobt. Der Mann, der schon bewiesen hat, dass man Raketen auf den Mars schicken kann – oder zumindest in die Nähe – hat nun auch bewiesen, dass man ganze Regierungsapparate ins Nirwana befördern kann. Ein echter Tausendsassa, dieser Musk.

Musk war seit Beginn der neuen Regierung dafür zuständig, die öffentlichen Ausgaben zu „kürzen“ und Personal in Ministerien und Behörden zu „streichen“. Dafür wurde extra die neue Regierungsabteilung für staatliche Effizienz, kurz Doge, geschaffen. Ein Name, der schon von vornherein signalisiert: Hier wird nicht lang gefackelt, hier wird gebellt und dann abgebissen.

Trump nannte Musk einen der „größten Wirtschaftsführer“, den die Welt jemals gesehen habe. Und wer kann dem widersprechen? Immerhin hat Musk die glorreiche Idee gehabt, den Staat von den lästigen Angestellten zu befreien, die ihn angeblich „schützen“ sollen. Denn seien wir mal ehrlich: Wozu braucht ein Staat Leute, die ihn schützen? Das ist doch völlig überbewertet. So ein Staat schützt sich am besten selbst, indem er einfach keine Angestellten mehr hat, die er bezahlen muss. Das spart enorm viel Geld, und darum geht es ja schließlich.

Musk bezifferte die bisherigen Einsparungen durch die Kürzungen auf 160 Milliarden Dollar. Sein Ziel waren stolze zwei Billionen Dollar. Zugegeben, die Zahlen lassen sich schwer unabhängig prüfen. Aber das ist doch auch nebensächlich, oder? Wichtig ist das Gefühl, das vermittelt wird: Hier wird gespart! Hier wird Effizienz großgeschrieben! Und wenn am Ende niemand mehr da ist, der die Regierung leitet, na dann hat man eben die maximale Effizienz erreicht. Weniger ist manchmal eben doch mehr, vor allem wenn es um Steuergelder geht.

Trump betonte, dies sei „nicht das Ende von Doge, sondern der Beginn“. Das lässt Schlimmes – oder je nach Perspektive – Gutes erahnen. Vielleicht wird bald ein weiterer Visionär gefunden, der die Idee der „staatlichen Effizienz“ noch weiter auf die Spitze treibt. Vorschlag: Lasst Roboter die Regierungsgeschäfte übernehmen. Die arbeiten ohne Gehalt, ohne Kaffeepausen und vor allem: ohne lästige Fragen zu stellen. Das wäre doch mal eine revolutionäre Idee, oder? Die absolute Effizienz. Und keine nervigen Menschen mehr, die sich einmischen. Ein Traum!

Quelle ZEIT ONLINE


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