
Trumps Meisterstreich: USA auf dem Abstellgleis
Donald Trump, der selbsternannte „Meister-Dealmaker“, hat wieder einmal zugeschlagen. Die USA, einst stolz auf ihre makellose Bonität, sind nun offiziell in der zweiten Liga angekommen. Moody’s, die letzte Bastion der Top-Bewertungen, hat die USA von Aaa auf Aa1 herabgestuft. Ein kleiner Schritt für Ratingagenturen, ein großer Schritt für die US-Staatsverschuldung.
Und was sagt der Präsident dazu? Natürlich, dass die Herabstufung eine Verschwörung seiner politischen Gegner ist. Schließlich ist jeder, der seine Politik kritisiert, ein „Feind des Volkes“. Die Realität, dass die USA sich nun zu höheren Zinsen verschulden müssen, wird geflissentlich ignoriert. Wer braucht schon eine solide Finanzpolitik, wenn man Reality-TV-Shows hat?
Apropos Reality-TV: Die Trump-Regierung erwägt tatsächlich, eine Show zu produzieren, in der Einwanderer um die US-Staatsbürgerschaft kämpfen. Ein „Patriotismus-Wettbewerb“ sozusagen. Denn was ist amerikanischer, als Menschen gegeneinander auszuspielen, um die Gunst des Publikums zu gewinnen?
Und während die USA sich in einem Meer aus Schulden und Reality-TV-Formaten treiben lassen, hat der Oberste Gerichtshof Trumps Abschiebepläne erneut gestoppt. Die Begründung, ein Kriegsgesetz aus dem 18. Jahrhundert sei nicht mehr zeitgemäß, scheint den Präsidenten wenig zu beeindrucken. Auf seiner Plattform Truth Social tobt er, dass „Kriminelle“ im Land bleiben dürfen.
Aber keine Sorge, liebe Amerikaner, es gibt auch gute Nachrichten: Die Trump-Regierung hat den Verkauf von Geräten erlaubt, mit denen halbautomatische Gewehre in Maschinengewehre verwandelt werden können. Denn was braucht ein Land mehr als „öffentliche Sicherheit“?
Die USA unter Trump sind ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Möglichkeiten, die Staatsverschuldung in schwindelerregende Höhen zu treiben, Reality-TV-Shows zu produzieren und Maschinengewehre für jedermann zu legalisieren. Ein wahrer „Meisterstreich“.
Quelle ZEIT ONLINE



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