
Wenn man Donald Trump glauben will, sind die USA jetzt das Paradies auf Erden. Seine Rede zur Lage der Nation war eine Mischung aus Selbstlob, patriotischem Trompetenstoß und vereinzelten Friedensbekundungen – letztere allerdings erst ganz am Ende. Angeblich steht die Ukraine sofort zur Unterzeichnung eines Rohstoffabkommens bereit, während Russland sich laut Trump auch unverzüglich versöhnlich zeigen will. Klingt nach Weltfrieden in ein paar Tagen. Seltsam nur, dass weitere Details fehlen. Vielleicht hat er sie bei den Standing Ovations verlegt.
Ansonsten war es das übliche Spiel: Zölle gegen alle, die Amerikaner ärgern könnten, von Kanada bis China. „Jetzt sind wir dran“, verkündete er, als wäre die Welt eine Kaugummimaschine, aus der man sich einfach nimmt, was man will. Gegen Joe Biden gab es wie immer ein paar Sprüche – Trump zufolge habe sein Vorgänger fast alles falsch gemacht. Die guten Neuigkeiten: In nur sechs Wochen habe sein Berater Elon Musk den US-Steuerzahlern 105 Milliarden Dollar gespart. Zu überprüfen wäre das leicht, wenn es außer der „Behörde für Regierungseffizienz (DOGE)“ noch andere Daten gäbe.
Währenddessen träumt Trump vin der Übernahme Grönlands und bekräftigt seine Ansprüche auf den Panamakanal. Vermutlich, weil der Panamakanal so bequem in die amerikanische Hosentasche passt. Am Ende seiner Rede wirkte Trump hochzufrieden: Wie er sagte, habe er in 43 Tagen bereits mehr erreicht als andere Regierungen in acht Jahren. Schwer zu glauben, aber trocken betrachtet könnte das alles natürlich exakt so stimmen. Garantiert.
Quelle ZEIT ONLINE



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