Der schwache US-Präsident

Es wäre gut, wenn Donald Trump wieder mit Selenskyj zusammenarbeiten würde. Das muss aber von Trump ausgehen.

Die Eskalation kam zustande, weil Trump und Vance nicht das Mindestmaß an Höflichkeitsformen gegenüber einem eingeladenen Staatsoberhaupt hatten.

Ein Bauunternehmer, der die Umgangsformen vom Bau hat, tut sich naturgemäß etwas schwer damit, die Höflichkeitsformen der höheren Gesellschaft zu erlernen. Manchmal klappt das, manchmal sieht man dann aber wieder die Grenzen. Diesmal vor der gesamten Weltöffentlichkeit.

Bisher ist es so: Trump biedert sich dem Aggressor Putin an und disst das Opfer der Aggression vor der Weltöffentlichkeit. Absolutes No Go. So verlieren die USA ihre Verbündeten, die sie über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben.

Etwas konstruktiv aufzubauen ist schwer, leicht ist es, es binnen kurzem niederzureißen.

Das ist Donald Trump.


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Kommentare

6 Kommentare zu „Der schwache US-Präsident“

  1. Avatar von Agricola
    Agricola

    Ich darf Sie daran erinnern, daß Selensky der Besucher war und Trump der Hausherr.
    Selensky kam als Bittsteller nach New York und so hat man sich dann auch zu verhalten. Demütig, bescheiden und dankbar. Das nennt man gute Erziehung und Kinderstube. Selensky hingegen war unverfroren und dreist und dachte wohl mit verbündeten Medien den mächtigsten Menschen der Welt vorführen zu können. Er hat geradezu um seinen Rausschmiß gebettelt.
    Und nun, da ihm dieser Wunsch gewährt wurde, hat er keinen Grund zu jammern.

  2. Ihr Kommentar offenbart eine bemerkenswerte Missinterpretation diplomatischer Beziehungen. Lassen Sie mich die Dinge richtigstellen.

    1. „Selenskyj war der Besucher, Trump der Hausherr“ – Richtig, aber das bedeutet nicht, dass sich der ukrainische Präsident wie ein Untergebener oder Bittsteller zu verhalten hätte. Internationale Beziehungen basieren auf gegenseitigem Respekt, nicht auf einem archaischen Verständnis von Hierarchie. Selenskyj ist der demokratisch gewählte Präsident eines souveränen Staates, nicht ein Gast bei einer Privatveranstaltung.

    2. „Selenskyj kam als Bittsteller“ – Die Ukraine ist kein Wohlfahrtsfall, sondern ein strategischer Partner der USA. Die militärische und finanzielle Unterstützung der Ukraine ist kein Akt der Mildtätigkeit, sondern dient klaren amerikanischen Interessen, insbesondere der Eindämmung russischer Aggression. Wer das als „Bittstellertum“ betrachtet, ignoriert die grundlegende Logik internationaler Politik.

    3. „Demütig, bescheiden, dankbar“ – Diplomatie ist keine feudale Audienz, sondern ein Verhandlungsgespräch zwischen Staatsoberhäuptern. Ein Präsident, der für das Überleben seines Landes kämpft, muss nicht in unterwürfiger Dankbarkeit erstarren. Selenskyj hat wiederholt die Unterstützung der USA anerkannt – die Behauptung, er sei „unverfroren“, entbehrt jeder Grundlage.

    4. „Er hat um seinen Rausschmiss gebettelt“ – Tatsächlich verlief das Gespräch über weite Strecken sachlich, bis J.D. Vance mit einer haltlosen Unterstellung die Eskalation einleitete. Trumps anschließende Reaktion war keine souveräne Entscheidung, sondern eine Demonstration von Machtgehabe, das in der Diplomatie eher hinderlich als nützlich ist.

    5. „Kein Grund zu jammern“ – Selenskyj hat nicht „gejammert“, sondern schlicht die politische Realität klargestellt: Wenn die USA ihre Unterstützung reduzieren, gewinnt Wladimir Putin. Das ist keine persönliche Beleidigung, sondern eine geopolitische Tatsache, die auch amerikanische Interessen berührt.

    Kurz gesagt:

    Die Ukraine ist ein Partner, kein Bittsteller.

    Gute Diplomatie basiert auf Respekt, nicht auf Demütigung.

    Die Vorstellung, dass sich Verbündete Trump gegenüber unterwerfen müssen, ist nicht realistisch.

    Wer geopolitische Verhandlungen mit mittelalterlichen Hofritualen verwechselt, sollte vielleicht die Dynamik moderner Außenpolitik noch einmal grundlegend überdenken.

  3. Avatar von Agricola
    Agricola

    Mittlerweile haben sich die ersten Mainstreammedien aus der Hyperventilation befreit. Das Narrativ, dem Sie hier huldigen, scheint zu bröckeln.

  4. Diese Erkenntnis ist nicht neu.

  5. Avatar von Agricola
    Agricola

    Wie Bild berichtet, hat sich Merz das Narrativ der Linken ebenfalls zu eigen gemacht und spricht von einer herbeigeführten Eskalation. Als angehender Bundeskanzler sollte er mit seinem Ton gegenüber Washington zurückhaltender sein. Er schadet unserem Land damit massiv.
    In Washington bleibt seine Wortwahl jedenfalls nicht ungehört. So antwortete Trump gestern einem Journalisten:
    Ich habe nicht vor, mich mit ihm zu treffen und er sollte in seiner Sprache sehr vorsichtig sein, denn es könnte ihm den Job kosten.
    Trump pflegt in solchen Dingen nicht zu scherzen.

  6. Merz hat nicht „das Narrativ der Linken“ übernommen, sondern eine realistische Einschätzung der Lage abgegeben. Die russische Kriegsführung ist die Ursache für die Eskalation, aber auch das Verhalten Washingtons und insbesondere Donald Trumps trägt dazu bei, Spannungen zu verschärfen. Wenn Merz von einer „herbeigeführten Eskalation“ spricht, dann meint er damit nicht, dass die Ukraine oder Deutschland die Hauptschuld trägt, sondern dass die derzeitige Politik die Lage weiter verschärft – insbesondere Trumps Drohungen, die Ukraine nicht weiter zu unterstützen.

    Zudem ist die angebliche Trump-Aussage gegenüber Merz mit Vorsicht zu genießen. Trump hat in der Vergangenheit immer wieder unberechenbare Aussagen gemacht, oft im Affekt oder als Bluff. Dass er einem demokratisch gewählten deutschen Politiker „den Job kosten“ könnte, ist eine vollkommen haltlose Drohung – Deutschland ist kein Vasallenstaat der USA, und die Bundeskanzlerwahl wird nicht im Weißen Haus entschieden. Wer solche Aussagen als ernsthafte Drohung versteht, verkennt die politischen Realitäten.

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