
Es ist eine traurige Wahrheit: Nur weil man etwas für richtig hält, ist es noch lange nicht richtig. Fragen Sie mal Wladimir. Der hat es offenbar noch nicht mitbekommen. Nun gut, da sitzt man also in einem riesigen Land, herrscht über Millionen und denkt sich: „Was ich denke, muss doch wohl auch für den Rest der Welt gut sein.“ Ein kleiner Moment der Selbstreflexion? Ach was, das ist doch was für Philosophen oder, schlimmer noch, Menschen mit Herz und Verstand. Ganz schlechte Berater, die beiden.
Wäre es nicht schön, wenn Diktatoren hin und wieder einen dieser besagten Momente hätten? Nur einen kurzen. Man könnte ja klein anfangen. Zum Beispiel mit der Erkenntnis: „Vielleicht ist es doch nicht die beste Idee, andere Länder zu überfallen.“ Oder noch bescheidener: „Vielleicht sollten auch die anderen mal etwas sagen dürfen.“ Die Welt wäre, wie soll man es sagen… einfach ein bisschen erträglicher.
Aber nein, da wird lieber weiter marschiert und gewütet, denn was könnte man Schlimmeres tun, als zuzugeben, dass man vielleicht doch nicht die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat? Schlimmer noch: Vielleicht müsste man ja plötzlich Verantwortung übernehmen. Und wer will das schon, wenn man in einem goldenen Palast sitzen kann?
Dabei wäre es so einfach: Ein bisschen Zweifel, ein wenig Einsicht und siehe da – die Welt wäre nicht nur für einen selbst, sondern für alle besser. Doch bis dahin bleibt uns wohl nur die Frage: Wann genau haben Diktatoren eigentlich das Denken eingestellt? Irgendwo zwischen Größenwahn und Größenwahn, nehme ich an.
Aber hey, bis sie es begreifen, haben wir ja wenigstens etwas zu lachen. Auch wenn dieser Galgenhumor leider immer im Hals stecken bleibt.



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