„Kennst du deine Pfarrperson?“

Auf Facebook stellt die EKD, die evangelische Kirche in Deutschland also, diese Frage. Sie meint eine Pfarrerin oder einen Pfarrer. Und sie will genderneutral formulieren. Das geht aber ziemlich daneben.

Auch, wenn ich selber gendergerechte Sprache durchaus verwende, finde ich den Begriff Pfarrperson doch so sperrig, dass sich an ihm viele Leute stossen dürften – stossen werden.

Bundeskanzelperson? Lehrperson? Polizeiperson? Handwerksperson ? Aduleszenzperson ?

Auf mich wirkt es so, dass Menschen so zu einem neutralen Ding degradiert werden. Denn eine Person ist die Abstraktion eines Menschen. Hinter dem Begriff Person verschwindet der Mensch.

Von derartiger Sprache würde ich lieber die Finger lassen. Es sei denn, man möchte als evangelische Kirche eine weitere Angriffsfläche bieten. Falls das jedoch das Ziel gewesen sein sollte, dann hat es gut geklappt: man werfe nur einmal einen Blick auf die Kommentare. Das eigentliche Anliegen dieses Posts ist so völlig zur Nebensache geworden.

Ich muss daran denken, wie man Menschen nennt, wenn man sie abschätzig bezeichnen möchte. Man sagt dann nicht die Frau oder der Mann, sondern diese „Person“ da.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „„Kennst du deine Pfarrperson?““

  1. […] der Bürokratie einer wohlmeinenden Kirchenverwaltung entspinnt sich ein bemerkenswertes Drama: Die Einführung des Begriffs „Pfarrperson“. Dieses Wort, ein sprachliches Hybrid, das zugleich alles und nichts bedeutet, hat nicht nur die […]

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