Streik der Superreichen: Wenn Geldscheine die Straßen blockieren

In jüngster Zeit scheint es, als habe der Streikkalender kaum noch eine freie Seite gehabt: Klimaaktivisten klebten sich an Asphalt, als gäbe es eine Zwei-für-Eins-Aktion auf dem Weg zur Weltrettung. Bauern verwandelten Autobahnzufahrten in improvisierte Bauernmärkte ohne Verkaufsabsicht. Lokführer praktizierten das alte Zen-Ritual des Stillstands, während Flughafenpersonal in einer kollektiven Meditation über bessere Arbeitsbedingungen schwebte. Doch eine Gruppe, die im Verborgenen ihre Streikfähnchen schwenkt, blieb bislang unbemerkt: die Superreichen.

Stellen wir uns vor, die Superreichen würden tatsächlich streiken. Nicht mit Transparenten oder Trillerpfeifen, oh nein. Ihr Protest würde in der Eleganz von maßgeschneiderten Anzügen und dem Glanz von Diamanten daherkommen. Sie würden ihre Angestellten und Butler in Bentleys und Rolls-Royces schicken, damit diese sich – natürlich im Namen einer guten Sache – stilvoll an die Straßen kleben oder Luxusblockaden an Autobahnzufahrten errichten. „Für mehr Gerechtigkeit – aber bitte mit Stil!“ könnte das Motto lauten.

Anstatt Tränengas und Wasserwerfer würden die Sicherheitskräfte mit einem feinen Nebel aus teurem Parfüm konfrontiert, während sie versuchen, die Straßen von mit Designerkleidung beklebten Protestierenden zu räumen. Die Superreichen selbst? Sie würden in ihren Villen strategische Streikpläne schmieden oder zur Aufmunterung ihrer Angestellten in ihren klimatisierten Limousinen vorbeischauen – selbstverständlich mit einem Glas Champagner in der Hand, um den Kampfgeist zu stärken.

Die Forderungen? Eine Abschaffung oder zumindest eine deutliche Reduzierung der Vermögenssteuer. Denn warum sollte man den Staat unterstützen, wenn man doch bereits die Wirtschaft durch exzessiven Konsum ankurbelt? Die Argumentation würde sich in den edelsten Rhetorikkünsten üben, untermauert von Experten, die in den exklusivsten Think-Tanks über die Vorteile von Steueroasen philosophieren.

Und während die Welt staunt und die Medien berichten, würden die Superreichen einmal mehr beweisen, dass in einer Gesellschaft, in der Geld Macht bedeutet, selbst der Protest eine Frage des richtigen Investments ist. So bleibt am Ende nur eine Frage offen: Wie viele Bentleys braucht man, um eine Autobahn komplett zu blockieren?


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