
Es ist wahr, der arme Wladimir Putin sitzt in seinem Palast, allein und einsam, mit dem melancholischen Ausdruck eines Jungen, der seine Süßigkeiten verloren hat. Nur, dass in diesem Fall die „Süßigkeiten“ metaphorisch für europäische Länder stehen, die er zu „sammeln“ scheint, wie Andere Briefmarken oder seltene Münzen.
Oh, das schwere Los eines Diktators! Immer diese lästigen Vorwürfe des Imperialismus, wann immer man sich ein kleines, unschuldiges Land aneignet. Ist es nicht einfach eine nostalgische Hommage an die goldene Ära des Kolonialismus? Oder ist es nicht einfach ein Ausdruck seiner tiefen Liebe für Europa, eine Liebe, die so störrisch unerwidert bleibt?
Man muss doch zugeben, in einer Welt, in der ihn niemand mehr lieb hat, sollte zumindest ein kleines Land zum Trost reichen, oder? Was ist denn schon ein Land mehr oder weniger auf der Karte dieses großen, melancholischen Herzens? Heißt es nicht, dass Liebe Grenzen überwindet? Vielleicht versucht er nur, dieses Konzept ganz buchstäblich zu nehmen.
Aber lassen wir uns nicht täuschen. Wenn Überfallen und Ausrauben wirklich Verbrechen sein sollten, dann, ja dann will er im Sinne der Anklage schuldig sein. Aber nur dann! Bis dahin bleibt er der tragische Held seiner eigenen fiktiven Welt, in der er der edle Räuber ist, ein moderner Robin Hood, der von den Reichen nimmt… nur dass er vergisst, den Armen zu geben.
In diesem Theater des Absurden bleibt Putin der einsame Protagonist, festgefahren in einer Spirale aus Eroberung und Isolation. Während er auf seinem melancholischen Thron sitzt und über seine unerwiderte Liebe nachdenkt, bleibt die Welt draußen einfach nicht stehen. Sie schaut zu, sie wartet, sie erinnert sich. Und sie vergisst nicht.



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