
Es scheint, dass im eisigen Herzen des Kremls der Humor blüht. Nicht, dass wir von der oft spröden, kargen russischen Politiklandschaft viel Lachen erwartet hätten, aber die jüngsten Anschuldigungen gegen die Ukraine verfehlen nicht ihren humoristischen Schlag.
Wladimir Putin, der unbestrittene Herrscher des größten Lands auf Erden, hat ein bemerkenswertes Talent dafür gezeigt, eine Welt zu schaffen, die nur er wirklich zu verstehen scheint. Es ist eine Welt, in der man, ganz ohne zu blinzeln, ein ganzes Land überfallen, Millionen in die Flucht schicken und ganze Städte in Schutt und Asche legen kann, ohne dass dies irgendwie als „Terrorismus“ zählt.
Diese Zerstörung, diese massiven Menschenrechtsverletzungen, dieses Entführen von Kindern nach Russland – all dies sind laut Putin nur Beispiele für ‚gute Nachbarschaftspolitik‘. Dass die Ukraine diesen unmenschlichen Akt jedoch nicht klaglos hinnimmt, sondern sich wehrt, bezeichnet er als Terrorismus. Eine seltsame Logik, die nur in Putins Kopf Platz zu haben scheint.
Es scheint, als hätte der Kreml seine eigene Definition von Terrorismus, eine die sich je nach den Umständen dreht und wendet wie eine Fahne im Wind. Die ukrainischen Streitkräfte haben also die von Russland rechtswidrig gebaute Brücke zur Krim teilweise zerstört, und jetzt jammert Putin über „Terrorismus„. Der Mann, der ganz ohne Gewissensbisse die blühende Ukraine zu einem Schlachtfeld gemacht hat, ist nun plötzlich über die Zerstörung einer Brücke bestürzt? Oh, die Ironie!
Es scheint, als würde Putin gerne die Rolle des Unschuldslammes spielen, während in Wahrheit er der Wolf ist. Seine Arme, die lange Zeit schwer von den Gewichten der Angriffe, der Zerstörung und des Leids waren, scheinen plötzlich federleicht zu sein, wenn es darum geht, mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Aber lassen Sie uns nicht zu hart mit dem armen Herrn Putin sein. Vielleicht hat er nur vergessen, dass man, wenn man einen Angriffskrieg startet, auch Gegenreaktionen provoziert. Vielleicht war das in seinem handgeschriebenen Handbuch zur Weltbeherrschung nicht vermerkt. Oder vielleicht fehlt ihm schlichtweg die Einsicht, dass Aktionen Konsequenzen haben – besonders, wenn diese Aktionen eine ganze Nation in Schutt und Asche legen.
Es wäre natürlich vollkommer Terrorismus, von Russland zu verlangen, dass es seine Aggressionen einstellt. Das wäre wohl so, als würde man einen Bären bitten, auf Honig zu verzichten. Nein, der Kreml hat seine eigene Logik, seine eigene Ethik, seine eigene Realität.
Vielleicht sollten wir einfach nur Verwunderung zum Ausdruck bringen. Verwunderung über das absurde Theaterstück, das der Kreml auf der Weltbühne aufführt. Denn es erinnert uns daran, dass es immer noch Orte auf der Welt gibt, wo Macht und Heuchelei ein makaberes Tanzpaar bilden.
So sehen wir Putin, den selbsternannten Hüter des Friedens, wie er in den Trümmern seiner eigenen Schöpfung steht und mit fassungsloser Miene den zerstörten Resten der Brücke nachtrauert. Die gleiche Brücke, die seine Panzer in die Ukraine getragen hat. Die gleiche Brücke, die zur unrechtmäßigen Annektierung der Krim beigetragen hat.
Es ist ein Schauspiel der Absurdität, das der Kreml uns bietet, eine verdrehte Karikatur der Realität. Eine Farce, in der die Wölfe sich als Unschuldslämmer verkleiden, und die Unschuldslämmer in die Rolle der Wölfe gedrängt werden. Aber lassen Sie uns nicht vergessen: In diesem absurden Theater des Kremls ist das Lachen bitter und das Ende ist noch nicht geschrieben.



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