Deutschland: Ein Ende des Lockdowns?

Auf RBB findet man unter anderem folgende Mitteilung:

Die nationale Wissenschafts-Akademie Leopoldina hatte am Montag für einen „realistischen“ Zeitplan zurück zur Normalität plädiert. Die einflussreichen Wissenschaftler empfahlen, Schulen „sobald wie möglich“ wieder zu öffnen – angefangen bei Grundschulen sowie Unter- und Mittelstufen. Die Leopoldina nannte allerdings auch zahlreiche Voraussetzungen, damit das öffentliche Leben wieder normaler ablaufen kann: Die Zahl der Neuinfektionen müsse sich auf niedrigem Niveau stabilisieren. Kliniken bräuchten genug Reserve. Schutzmaßnahmen wie Hygiene, Abstandsregeln und auch das Tragen von Schutzmasken müssten eingehalten werden. 

Quelle

Nun bin ich natürlich Laie auf dem Gebiet, frage mich aber schon, ob es nicht sinnvoller wäre, zuerst höhere Klassen wieder in die Schule zu lassen, weil man bei ihnen annehmen kann, dass sie die Anordnungen in Bezug auf den Mindestabstand wohl zuverlässiger einhalten werden, als kleine Kinder.

Oder umgekehrt gefragt, wie unrealistisch ist es denn, zu glauben, Grundschüler würden auf dem Pausenhof nicht Fangen spielen und mindestens 1,50 m zueinander Abstand halten, jeden Tag, über Wochen hinweg?

Sollte man mit diesem kleinen Kindern die Schule tatsächlich wieder öffnen, könnte man vermutlich analog dazu auch sämtliche Spielplätze wieder öffnen. Dann wäre aber die Frage, warum man die Spielplätze vorher überhaupt geschlossen hat.

Und wäre nicht die Gefahr groß, dass dann, wenn diese kleinen Kinder auf den Spielplätzen und in den Schulen sich spätestens auf dem Pausenhof und dem Weg dorthin in den Gängen und Treppenhäusern wieder durchmischen, die Infektionen von den Familien auf den Pausenhof und vom Pausenhof zurück in weitere Familien getragen werden?

Angenommen, die Grundschulen würden mit sehr geringen Stundenzahlen starten, sodass die Pause außerhalb des Klassenraums entfallen könnte. Angenommen, ein Grundschüler hätte zwei Stunden Unterricht und würde danach wieder nach Hause gehen, so hätte man zumindest das Problem mit der Durchmischung in der Pause einigermaßen beseitigt, weil eine kurze Pause höchstens auf dem eigenen Sitzplatz im Klassenzimmer stattfinden würde, wenngleich das Problem dann im Schulhausgang und auf dem Nachhauseweg natürlich wieder bestehen würde. Und mal ehrlich, Grundschüler, die in der Pause auf ihrem Platz sitzen bleiben müssen, um sich im Klassenraum nicht zu durchmischen, wie unrealistisch ist das denn, zumindest auf Dauer?

Und diejenigen Kinder, die von der Schule aus direkt in einen Hort gehen würden? Spätestens hier würde man wohl an Grenzen stoßen. Denn man kann kaum Kinder einen ganzen Tag betreuen, ohne dass diese sich irgendwie einander nähern dürfen. Kinder, die den ganzen Tag über 1,50 m Abstand halten, sind eine Utopie.

Eine realistischere Lösungsmöglichkeit wäre wohl die, dass das Homeschooling besser werden muss. Es müsste tägliche Videokonferenzen geben, in denen die Schüler direkten Kontakt zu ihrem Lehrer haben und umgekehrt. Dann könnte Homeschooling funktionieren. Und dann wäre der bisherige Lockdown nicht umsonst gewesen.

Einen inhaltlich ähnlichen Kommentar zum Thema von der Tagesschau finden Sie hier.

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