Zu Jesus wurde einst ein gelähmter Mann gebracht.
Zu Zeiten Jesu glaubten viele Menschen, Krankheit sei eine Folge von Sünde, also eine Folge von Fehlverhalten.
Viele Menschen haben die Geschichte so in Erinnerung, dass Jesus dann den gelähmten Mann heilt und er dankbar davon geht. Das stimmt auch, davor kommt aber etwas Wesentliches.
Zuerst sagt Jesus dem Gelähmten: deine Sünden sind dir vergeben.
Damit hebt Jesus den sogenannten Tun-Ergehen-Zusammenhang auf, von dem man damals ausging. Man glaubte also, es ergehe einem so, wie man gehandelt habe. Man glaubte also, Krankheit sei die Folge von moralisch falschem Verhalten.
Indem Jesus nun dem Gelähmten seine Sünden vergibt, hebelt er den Tun-Ergehen-Zusammenhang aus. Denn der Mann ist nach wie vor gelähmt, obwohl er nun definitiv frei von Sünden ist. Jesus hat ihm ja eben mit göttlicher Vollmacht seine Sünden vergeben.
Erst im zweiten Schritt, um tatsächlich den Anwesenden zu demonstrieren, dass Jesus die göttliche Befugnis und Macht hat, Sünden zu vergeben, macht er dies deutlich, indem er etwas schafft, was man eigentlich nicht schaffen kann. Er heilt mit göttlicher Macht denjenigen Mann, ja seit ewigen Zeiten nicht gehen konnte, weil er eben gelähmt war.
Diesen Zusammenhang sollte man sich in den Hinterkopf rufen, wenn es um das Coronavirus geht. Menschen werden nicht krank oder sterben an dem Virus, weil sie irgendwie gesündigt oder moralisch falsch gelebt hätten. Die Krankheit und das Virus stehen in keinem Zusammenhang mit dem bisherigen Handeln des Menschen. Das Virus ist somit keine Strafe Gottes.
Dennoch, und das steht auch in der Geschichte, kann Jesus und kann somit Gott Heilung schenken. Und deswegen ist es sinnvoll, zu beten. In guten Zeiten, gerade aber auch in schlechten Zeiten.



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