Das Nürnberger Christkind und die AFD

Die 17-jährige Benigna Munsi, deutsche Staatsbürgerin mit indischer Abstammung und gebürtige Nürnbergerin, wurde zum Nürnberger Christkind gewählt für die kommenden zwei Jahre gewählt.

Der AFD Kreisverband München Land postete daraufhin ein Foto von ihr, unterschrieben mit den Worten:

„Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen.“

Derjenige, der das geschrieben hat, sieht sich also offenbar als Indianer und hat Angst davor, ja, vor was eigentlich? Verdrängt zu werden von deutschen StaatsbürgerInnen, die zu Christkindern gewählt werden? Und selbst, wenn Benigna Munsi keine deutsche Staatsbürgerin wäre, wo wäre das Problem?

Natürlich ist dieses Statement rassistisch, weil es auf das Stereotyp der angeblichen Überfremdung durch Menschen, die irgendwo angeblich nicht deutsch aussehen, anspielt.

Die Vorsitzende des Kreisverbands der AFD, Christina Specht, ruderte, nachdem die Empörung im Netz über diese rassistische Aussage überkochte, zurück und sagte, so eine Aussage entspreche doch gar nicht den Werten der AFD. Der Redakteur, der das veröffentlicht habe, habe das angeblich ohne Wissen der Anderen aus dem Kreisverband getan und außerdem sei er ja auch schon zurückgetreten. Christina Specht locuta, causa finita.

Die Werte der AFD, was wären denn diese Werte eigentlich? Man sieht eigentlich immer nur die rassistischen Spitzen, die immer mal wieder fratzenhaft aus der AFD hervorkommen, betont wird dann aber immer sogleich, dass man ja eigentlich ganz anders sein. Sonderlich glaubhaft ist das nicht. Vielmehr ist die AFD zu einem Sammelbecken für Menschen geworden, die entweder rassistische Einstellungen gutheißen oder zumindest tolerieren. Beides ist nicht hinnehmbar.

Und nur mal eine kleine Ergänzung am Rande. Das Christkind, also Jesus Christus, war übrigens kein Deutscher. Er war noch nicht mal in Nürnberg geboren worden.

Und des weiteren, Christ sein und in der AFD sein schließt sich eigentlich aus. Denn zu Christ sein bedeutet, seine Mitmenschen und sogar seine Feinde zu lieben. AFD Mitglied zu sein bedeutet aber, die Feinde zu hassen und abzuschieben und nur diejenigen Mitmenschen zu lieben, die man mag und die einem nutzen.

Ein kleiner aber nicht unwesentlicher Unterschied. Aber das würde ein Herr Höcke oder ein Herr Gauland oder eine Frau Weidel natürlich nicht verstehen, diesen kleinen aber feinen Unterschied.


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