007. Mein Name Johnson. Boris Johnson.

Boris Johnson wird ja nun das britische Unterhaus, das gerade aus seiner Sommerpause kommt, gleich wieder in Zwangsurlaub schicken, damit er seinen no-deal-brexit am 31. Oktober durchbekommt.

Oder, so mutmaßen die Medien, er wolle Neuwahlen anstreben, auch, wenn er das so gar nicht zugebe.

Wobei Neuwahlen ja vielleicht gar nicht so dumm wären, damit die britischen Bürger sich einmal neu positionieren könnten. Vielleicht gäbe es dann eine Partei drüben auf der britischen Insel, die „pro remain“ wäre, also dafür, in der EU zu bleiben. Dann könnten auch die ganzen jungen Leute, die beim ursprünglichen Brexitreferendum lieber ein Guinness in irgendeinem Pub getrunken hatten, das ja ohnehin nicht sonderlich gut schmeckt, sich noch einmal politisch neu positionieren. Und auch die russischen Trolle bekämen dann noch einmal neue eine Chance, um in den sozialen Netzwerken die Gesellschaft mit kruden Thesen zu spalten und aufzuhetzen. Der Nachfolger von „Cambridge Analytica“ bekäme wieder Aufträge, Facebook würde sich wieder leutselig geben und von nichts eine Ahnung haben. Auch die britischen Politiker könnten zudem mit an den Ohren herbeigezogen Thesen für oder gegen den Brexit stimmen, mit Behauptungen beispielsweise, Großbritannien zahle pro Tag 100 Milliarden Euro an die EU. Stimmt zwar nicht, klingt aber gut. Und vielleicht würde am Schluss die Komikergruppe Monty Python doch endlich etwas kleinlaut eingestehen müssen, dass ihre Inszenierung mit dem Brexit, die ja nun schon seit Jahren andauert, mittlerweile etwas in die Jahre gekommen und zu sehr in die Länge gezogen ist und nun endlich doch besser durch eine andere Posse ersetzt werde sollte.

 


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