Kevin Kühnert allein zu Haus

Oder: Die wunderbare Welt des Kevin Kühnert

Der junge Herr mit dem doppeltem K im Namen, der Nachwuchstar der Jusos, also der Jungsozialisten, der Nachwuchsorganisation der SPD, ist plötzlich in aller Munde, nachdem er in der Wochenzeitung „Die ZEIT“ ein Interview gegeben hatte.

Er brachte den Gedanken ins Spiel, ob es nicht gerecht wäre, wenn jeder Bürger in Deutschland genau eine Wohnung oder ein Haus besäße.

Das finden diejenigen Leute gut, die keine Wohnung besitzen, aber auch diejenigen, die eine besitzen. Nicht so gut finden es Leute, die zwei Wohnungen besitzen, und gar nicht gut finden es diejenigen, die 20 besitzen.

Darüber hinaus ist das Ganze ohnehin ziemlich utopisch, auch, wenn der Gedanke prinzipiell nicht völlig abwegig ist.

Aber man kann sich ja auch mal über was anderes aufregen als über den Brexit, den Klimawandel und den Diesel. Dafür lieferte Herr Kühnert nun eine Breitseite und ist nun in aller Munde. Und darum geht es ja in der Politik. Wahrgenommen zu werden. Egal eigentlich, mit was für Themen.


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Kommentare

8 Kommentare zu „Kevin Kühnert allein zu Haus“

  1. Kühnert hat recht. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und es ist schäbig, dass das marktwirtschaftliche Modell von Angebot und Nachfrage missbraucht wird um andere ausbluten zu lassen. Wenn meine Miete zu teuer wird, dann kann ich eben nicht aufhören zu wohnen.
    https://haimart.wordpress.com/2019/05/02/demokratischere-sozialismus-nach-kuehnert/

    1. Ja, prinzipiell hat er recht, es funktioniert aber nicht, weil das ganze eine Utopie ist. An der DDR und anderen kommunistisch geführten Ländern konnte man eindrücklich sehen, dass es nach wie vor eine Elite gab, die sich bereichert hat, während viele Leute relativ arm blieben. Auch die Wirtschaft hat nicht funktioniert, weil es eben kein Selbstläufer ist, wenn ein Betrieb allen gehört. Dann fühlt sich keiner zuständig. Sicher würde es Sinn machen, Gewinne gerechter zu verteilen und sicher würde es auch Sinn machen, dass jeder das Recht auf eine Wohnung hätte. Aber man kann jetzt wohl kaum hergehen und Leuten, die 20 Wohnungen haben, diese einfach wegnehmen. Das wäre das Ende des Rechtsstaats und auch des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Kein Unternehmen würde sich mehr trauen, in Deutschland zu produzieren, wenn es damit rechnen müsste, verstaatlicht zu werden. Von daher, schöne Utopie, aber eben eine Utopie.

      1. Er spricht sich ganz klatr für die Demokratie aus. Die DDR hatte ein Demokratiedefizit. Auch wenn seine Utopie sehr rsadikal ist, eröffnet sich dabei eine Debatte über soziale Gerechtigkeit. Der freie Markt braucht eben Fesseln, damit er gerechter wird.

        Aber auch in der heutigen BDR gibt es riesige Ungerechtikeiten, die wir möglichst beheben müssen, um unsere Demokratie zu schützen.

        Vielleicht müssen wir gar nicht so radikal denken. Es würde schon reichen, wenn alle Steuern zahlen würden. Internetgiganten zahlen keine Steuern. Und auch bei der Erbschaftssteuer werden häufig Ausnahmen gemacht um Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Dies ermöglicht natürlich weiter zunehmende Ungerechtigkeiten.

  2. Hallo unbekannter Kommunist… (nicht ganz ernst, aber da Du schon einmal etwas über Wohnungen geschrieben hast, möchte ich von Dir wissen, wie Du folgendes siehst:

    Da arbeitet ein Mensch als Installateur, 35 Jahre lang, jede Woche 6 Tage, viele, viele Stunden und verdient dabei soviel Geld, dass er mehr hat, als er braucht. Keiner sonst will diese schwere Arbeit machen, er hat mehr Aufträge, als er schaffen kann. Da er nicht in Aktien oder Spekulationen darüber investieren will und seinen 3 Kindern die Zukunft ein Stück sicherer machen will, kauft er ein Mehrfamilienhaus. Seine Kinder sind 12 16 und 17 Jahre alt.

    Auf der anderen Seite gibt es den einfachen Arbeiter, der eine geregelte 35 Stunden Woche hat, vielleicht Single ist, genug verdient um sich eine Eigentumswohnung zu kaufen und diese im Laufe von vielleicht 25 Jahren abzahlen kann.

    Dann gibt es den Gelegenheitsarbreiter, der nie Lust hatte, seine Schule mit einem Abschluss zu beenden, der eigentlich auch keine Lust hat, einer geregelten Arbeit nachkommen, gerne immer mal wieder krank ist und einige Jahre gut mit Sozialhilfe über die Runden kam.

    Ein Klassiker, nicht wahr. Dem blöden Installateur sollte man also alle Wohnungen außer seiner wegnehmen und dem armen Gelegenheitsarbreiter geben oder wie verstehe ich Dich? Ich verstehe Dich in Wirklichkeit nicht. 👀😨 fg Olaf

    1. Ich stimme Ihnen da eigentlich voll zu. Ich sehe es auch als eine ziemliche Utopie an, die Herr Kühnert da formuliert hat. Sie würde einfach nicht funktionieren. Lesen Sie mal weiter oben in den Kommentaren, da habe ich zu dem Thema schon mal geantwortet.

      1. Ah, danke, da gucke ich später mal nach. Danke und einen schönen Tag. ☺🙋

      2. 😉

  3. Ja, das wäre sicher schon mal ein Ansatzpunkt…

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