Walpurgisnacht und Tag der Arbeit

Dem Volksglauben nach fliegen heute Nacht Bibi und Tina, die kleine Hexe und weitere Hexen zum Blocksberg.

Wo der liegt? Oftmals wird der Brocken im Harz als Blocksberg identifiziert. Es gibt aber auch andere Berge, die diese Bezeichnung tragen.

Und wenn die Hexen dann genug herumgeflogen sind, beginnt auch schon der erste Mai, der Tag der Arbeit.

Wie kann man sich die Frage stellen, was das eigentlich ist, eine gute Arbeit.

In Deutschland gibt es viele Menschen, die in Großraumbüros arbeiten oder vegetieren oder beides. Es gibt aber auch Industriezweige, in denen Menschen an Maschinen stehen, Tag für Tag, und einen Hebel drücken, wie beim einarmigen Banditen.

Beide Tätigkeiten können mitunter wohl so sein, dass man eigentlich getrost sein Rückenmark in die Arbeit schicken, selbst aber zusammen mit seinem Gehirn zu Hause bleiben könnte. Denn es gibt Tätigkeiten, die eigentlich fast schon menschenunwürdig sind.

Und zwar menschenunwürdig in dem Sinne, dass Menschen dort zu Produktionseinheiten degradiert werden, die noch dazu nur einen minimalen Entscheidungsspielraum haben.

Im biblischen Sinn ist Arbeit etwas Gutes. Der Mensch wird in der Genesis zum Ebenbild Gottes geschaffen und er soll ein guter und verantwortungsvoller Verwalter für die Erde sein, die Gott ihm als Lebensraum anvertraut hat. Arbeit beinhaltet hier Verantwortung und Selbstbestimmung.

Weitere Vorstellungen sind, dass der Mensch beispielsweise das Produkt seiner Tätigkeit sehen können sollte und dass er, optimalerweise zumindest, sich auch ein Haus oder eine Bleibe bauen kann, in der er wohnen kann.

Arbeit ist dann eine gute Arbeit, wenn der Mensch in ihr Mensch sein und bleiben kann. Und zum Menschsein gehört eine gewisse Kreativität dazu, die übrigens auch unkreative Menschen besitzen können, und die Möglichkeit, selbst Entscheidungen zu treffen, wie und in welcher Art man arbeiten möchte.

Hört sich nach Utopie an, ist es leider vielerorts auch. So aber könnte Arbeit menschenwürdig sein. So wäre Arbeit eine Arbeit, vor der man nicht flieht, sondern in der die Zeit vergeht und man sich fragt, wo sie geblieben ist, ohne dass man in Stress gerät.


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