Ist Multitasking überhaupt effektiv?

Ein Klischee lautet, Frauen könnten gut mit Multitasking umgehen, Männer sich dagegen nur auf eine einzige Sache konzentrieren.

Lassen wir mal dahin gestellt, ob das stimmt, zumindest für den Augenblick.

Wenn man Multitasking betreibt, also viele Aufgaben parallel zu bewältigen sucht, muss man jedes Mal neu den Fokus auf die jeweils andere Aufgabe legen, sofern man sie mit einem gewissen Ernst absolvieren möchte. Wechselt man dann wieder zurück zur ursprünglich begonnenen Aufgabe, muss man sich erst wieder neu konzentrieren und fokussieren. Sonderlich effektiv dürfte das nicht sein, weil man ständig damit beschäftigt ist, seinen Fokus und seine Konzentration neu zu finden.

Viele Leute, die in sozialen Netzwerken unterwegs sind, kennen das Problem, dass sie durch diese Netzwerke auch ständig abgelenkt werden. Sie wollen etwas arbeiten, dann haben sie spontan keine Lust mehr auf die Arbeit und schauen mal kurz oder vermeintlich kurz in irgendeinem Netzwerk nach und verhaken sich dann dort. Nach längerer Zeit merken sie, dass sie das ja gar nicht wollten, kriegen ein unangenehmes Gefühl, weil sie eigentlich abgedriftet sind von ihrer ursprünglichen Aufgabe, und versuchen nun, sich wieder neu auf die Arbeit zu konzentrieren. Ziemlich beschwerlich.

Wollten wir mal das oben angesprochene Klischee etwas weiter denken, dann sieht es eigentlich anders aus, als es zunächst scheint. Frauen lassen sich diesem Klischee zufolge leichter mit Nebensächlichkeiten ablenken, Männer hingegen schaffen es scheinbar mehr, den Fokus und die Konzentration aufrecht zu erhalten und an einer Sache dran zu bleiben.

Wie gesagt, es handelt sich vermutlich nur um einen Klischee. Sowohl Männer als auch Frauen kämpfen sicherlich im Alltag und auch in der Freizeit immer wieder damit, sich nicht vom Wesentlichen ablenken zu lassen. Schafft man es aber, immer mal wieder und über längere Zeit konzentriert an einer Sache dran zu bleiben, kann man dabei auch entspannter werden.

Wenn man eine Arbeit tut und dem kurzen Impuls und Drang nicht immer spontan nachgibt, etwas anderes zu tun, sondern die Langeweile und Unlust auszuhalten und konzentriert zu bleiben, so ist man im Nachhinein entspannter und glücklicher und zufriedener, weil man das, was man tun wollte, auch tun konnte.

Multitasking funktioniert schon beim Windows-Betriebssystem nicht optimal. Wohl ein Trugschluss, wenn es beim Menschen auf einmal das Maß aller Dinge sein sollte. Multitasking bringt einen vielmehr aus der eigenen Mitte und braucht megr Zeit, als wenn man die Konzentration auf eine Sache verwendet und diese dann auch durchzieht.

Fast alle Menschen lassen sich ständig ablenken. Aber wenn man es nach und nach schafft, konzentriert zu bleiben, gewinnt man viel. Zufriedenheit, Entspannung und das Gefühl, selbst steuern zu können, wo es langgeht. Auch, wenn irgendwelche emotionalen Impulse wie beispielsweise Langeweile schnell etwas anderes von einem verlangen.


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