Heutzutage wird man schnell mal milde lächelnd als sogenannter Gutmensch abqualifiziert, wenn einem beispielsweise die Menschenrechte am Herzen liegen. Wenn es einem nicht egal ist, dass Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, wenn man sich um Arme und Kranke sorgt.
Das Attribut Gutmensch wird abwertend gebraucht für einen, der ja einen guten Willen habe, irgendwo aber hoffnungslos naiv sei und es einfach nicht besser wisse.
Der Bösmensch dagegen, dem die anderen Menschen so ziemlich egal sind, man möchte schon sagen scheißegal, entschuldigen Sie den Ausdruck, und der nur einen wichtigen Menschen im Leben kennt, nämlich sich selbst, höchstens vielleicht noch die ihm extrem nachstehenden Personen, setzt sich dagegen aufs hohe moralische Ross und meint, die Welt in ihrer Wirklichkeit zu überblicken.
Neuerdings versuchen einige Bösmenschen sogar mit irgendwelchen Bibelstellen, die völlig aus dem Kontext gerissen sind, ihren vermeintlich richtigen Standpunkt zu begründen.
Um aber mal Licht in die Sache zu bringen, es ist so: Ein Gutmensch ist jemand, der den Mitmenschen liebt, der sogar versucht, seine Feinde (zumindest als anzustrebende Zielvorgabe) zu lieben und der sich selbst annimmt. Ein Gutmensch ist also jemand, der das Doppelgebot der Liebe, das Jesus formulierte, ernst nimmt.
Ein Bösmensch ist jemand, der nur sich selbst kennt. Ein Egozentriker.
Zum Titelbild:
Das Titelbild zeigt ins Straßenpflaster eingelassene Gedenksteine zur Erinnerung an durch den Holocaust bzw die Shoa ermordete Juden. Gutmenschen wäre es damals nicht egal gewesen, wie die Mehrheit der hinter Hitler herhechelnde Meute mit Juden umgegangen ist. Gutmenschen hätten sich Hitler entgegengestellt. Gutmenschen hätten gesehen, dass hier Menschen stigmatisiert werden sollten, die in Wirklichkeit den besonderen Schutz verdient hätten.
Das ist der Unterschied zwischen Gutmenschen und Bösmenschen.



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