Vor kurzem war ich auf einer eindrucksvollen Fortbildung zum aktuellen Menschenbild – aus Sicht der neuesten Gehirnforschung. Dabei verwies der Referent darauf, dass die Evolution aus wissenschaftlicher Sicht funktioniere, auch ohne dass eine gewisse Zielsetzung vorhanden gewesen sein müsste.
Einzige Zielsetzung sei das Selektionskriterium, das automatisch diejenigen Entwicklungen begünstigt habe, die die Survival of the fittest (nicht der Stärksten automatisch) zur Folge gehabt hätte.
Die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland, katholisch und evangelisch, schließen sich prinzipiell der Meinung an, dass die Evolutionstheorie denkbar sei, allerdings mit dem Verweis, dass sie teleologisch ausgerichtet sei, also letztlich Gott eine gewisse Zielsetzung damit verfolge und ihr gewissermaßen – also der Evolution – den Startschuss gegeben habe.
Mich bewegten diese Gedanken seit einigen Tagen. Heute habe ich nachgerechnet:
Man nimmt an, dass sich vor 3,5 Milliarden Jahren einfaches Leben auf der Erde in der Tiefsee entwickelt haben könnte.
Ein erwachsener Mensch besteht aus ca. 100 Billionen Körperzellen.
Daraus ergibt sich eine Rechnung. Wieviele Zellen müssten sich in einem Jahr verändern und in einem Lebewesen genetisch fortsetzen, damit dann ein Mensch herauskommt ?
Dabei müsste man noch berücksichtigen, dass Zellen in der Regel nicht eine Mutationsrate von 100% haben, sondern höchstens von 10%-40% und dass sich einfache Zellen natürlich schneller teilen und gewisse Phänotypen zunächst schneller reproduzieren (solange sie noch einfache Zellhaufen sind), dann aber immer langsamer (9 Monate Schwangerschaft beim Menschen, 22 Monate beim Elefanten).
Reduzieren wir der Einfachheit halber die Rechnung nur auf die Jahre, dann ergibt sich:
100 000 000 000 000 Körperzellen geteilt durch 3 500 000 000 Jahre.
Ergibt: 28571,42
Das heißt: pro Jahr müssten sich in einem Organismus 28571,428 Zellen so verändern (und damit nicht genug:) und dauerhaft mit ihrer Veränderung durchsetzen, sie also auch weiter vererben, damit nach spätestens 3,5 Milliarden Jahren ein Mensch herauskommt. Das wären jeden einzelnen Tag 78,27 mutierte Körperzellen – die also nicht sinnlos mutiert sind, sondern sinnvoll, sodass der Organismus dadurch einen Zugewinn im Sinne von „survival of the fittest“ hat, und dieser Zugewinn müsste dann auch innerhalb des Tages gleich ausgetestet, für richtig befunden und ins Erbgut geschrieben werden!
Das zu glauben und allein dem „Zufall“ zuzuschreiben übersteigt nun leider meinen Glauben und meine Vorstellungskraft. Ohne Gott als letzten Grund kann ich die Evolution nicht denken.
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