Nur wenige Minuten reichen: ein angesehener Kapitän wird zu einer Art Verbrecher, so scheint es. Sein Vergehen: falsch gelenkt. Ein einziger Gedanke war schuld, der ihn den neuen Kurs einschlagen ließ. Die Absicht: wohl eine gute vielleicht, den Passagieren einen Nervenkitzel bieten, direkt an der Insel vorbeifahren, salutieren, wie chic.
Nur ein paar Minuten, die alles verändern. Der Kapitän wandert vermutlich die nächsten 15 Jahre ins Gefängnis. Mehrere Menschen sind tot. Trauer, Entsetzen.
Es erinnert mich an einen Kurzfilm, ich glaube, er hieß „Nur 5 Minuten“ und ist gut 15 Jahre alt. Dort erwartet jemand Besuch, blickt aus der Wohnung hinaus auf die Straße: der Besuch wird vom Auto überfahren. Zudem eine Razzia: die Wohung wird gestürmt, die Eltern erschossen. So oder so ähnlich. 5 Minuten, die alles grundlegend verändern. Das Leben ist nicht mehr, wie es war. Nie mehr.
Und so ist es nun mal leider im Leben. Sicherheit gibt es nicht. Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben. Anlass dafür, für jeden guten Tag Dankbarkeit zu empfinden. Wie schwer.
Und was wird aus dem Käptn der Concordia ? Selbstmordgefährdet ? Es wäre kein Wunder. Tonnenschwer wird die Schuld wohl auf ihm lasten in diesen Tagen und Stunden. Wer kann sie ihm nehmen ? Gott allein. Er verzeiht. Die Strafe des Gerichtshofes wird bleiben. Immerhin etwas: Vergebung zu erhalten, obwohl man sie wohl nicht verdient hat. Ein protestantischer Grundgedanke. Der Kapitän kann ihn erfahren, Gott kann ihm seine Schuld vergeben, wenn er darum bittet. Auch, wenn die Gerichtsstrafe bleiben wird.
Hier geht es zu dem – für den Kapitän recht peinlichen – Telefonat in der Schreckensnacht mit der Hafenkommandantur in Livorno. > hier lesen.
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foto: Il Fatto Quotidiano,flickr.com



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