Wie der Eiffelturm gebaut wurde

Der Bau des Eiffelturms zwischen 1887 und 1889 war eine technologische Meisterleistung, die vor allem durch präzise Planung und neuartige Konstruktionsmethoden ermöglicht wurde.

​Hier ist eine kurze Erläuterung der wichtigsten Phasen:

​1. Millimetergenaue Vorfertigung

​Der Turm wurde nicht einfach „vor Ort“ passend gemacht. Gustave Eiffel ließ alle 18.038 Einzelteile aus Puddeleisen in seiner Fabrik in Levallois-Perret exakt berechnen und vorfertigen. Die Zeichnungen waren so präzise, dass die Bohrlöcher für die Nieten auf den Zehntelmillimeter genau passten. Dies ermöglichte ein Tempo, das für damalige Verhältnisse rekordverdächtig war.

​2. Das Fundament und die Senkkästen

​Besonders schwierig war der Bau der Fundamente für die beiden Pfeiler, die der Seine am nächsten liegen. Um im feuchten Boden arbeiten zu können, setzte Eiffel Druckluft-Senkkästen (Caissons) ein. In diesen Metallkästen wurde ein Überdruck erzeugt, der das Wasser verdrängte, sodass die Arbeiter auf dem Flussgrund graben konnten, bis sie auf festen Untergrund stießen.

​3. Die Montage: Ein riesiger Baukasten

​Die eigentliche Montage funktionierte wie ein gigantisches 3D-Puzzle:

  • Nieten: Insgesamt wurden etwa 2,5 Millionen Nieten verwendet. Ein Team von vier Arbeitern setzte jede Niete ein: Einer erhitzte sie glühend rot, einer hielt sie in das Loch, einer formte den Kopf und der vierte schlug sie mit einem Vorschlaghammer fest. Beim Abkühlen zogen sich die Nieten zusammen und verbanden die Eisenteile extrem fest.
  • Hydraulische Pressen: Damit die vier Pfeiler auf der ersten Etage exakt zusammentrafen, wurden sie auf provisorische Gerüste gestellt. Mit Hilfe von hydraulischen Pressen konnten die tonnenschweren Konstruktionen millimetergenau angehoben oder gesenkt werden, bis sie perfekt miteinander verbunden werden konnten.

​4. Fertigstellung in Rekordzeit

​Dank dieser effizienten Logistik wurde der Turm in nur zwei Jahren, zwei Monaten und fünf Tagen fertiggestellt. Pünktlich zur Weltausstellung 1889 wurde er eröffnet und war mit damals rund 312 Metern das höchste Bauwerk der Welt.

​Obwohl er ursprünglich nach 20 Jahren wieder abgerissen werden sollte, blieb er stehen – vor allem, weil er sich hervorragend als Funkmast für die aufkommende Radiotechnik eignete.


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