
Wer kennt es nicht: Der Wecker klingelt am Montag und die Laune ist im Keller, weil die Woche wieder startet. Aber wusstest du, dass das historisch gesehen eigentlich totaler Quatsch ist? Wenn man nach der jüdischen oder christlichen Tradition geht, fängt die Woche nämlich schon viel früher an.
Der Sabbat-Vibe: Warum Samstag eigentlich das Ende ist
In der jüdischen Tradition ist der Samstag (Sabbat) der krönende Abschluss. In der Bibel steht, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen und sich am siebten Tag ausgeruht hat. Das ist der Tag für Family, Food und Pause.
Wenn der Samstag also Tag sieben ist, dann ist der Sonntag (Jom Rischon) automatisch Tag eins. Im jüdischen Kalender ist der Sonntag kein Verlängerungs-Samstag, sondern der Startschuss für alles Neue. Das ist auch der Grund, warum in Ländern wie Israel der Sonntag ein ganz normaler Arbeitstag ist.
Die Sache mit Jesus und dem Sonntag
Warum feiern Christen dann aber den Sonntag so hart als Ruhetag? Das liegt vor allem an der Story von der Auferstehung Jesu. In der Bibel wird erzählt, dass er am ersten Tag der Woche – also am Sonntag – von den Toten auferstanden ist.
Für die frühen Christen war das so ein krasses Ereignis, dass sie ihren Fokus verschoben haben. Sie wollten diesen Neuanfang feiern. Aber der Sonntag wurde nicht einfach so zum freien Tag. Das haben wir Kaiser Konstantin zu verdanken. Im Jahr 321 hat er offiziell klargestellt, dass der Sonntag im ganzen Reich der gesetzliche Feiertag und Ruhetag ist. Er wollte damit die christliche Bedeutung stärken. So wurde aus dem christlichen „Tag eins“ der neue Ruhetag.
Warum wir trotzdem Montags-Hater sind
Dass wir heute alle denken, der Montag sei der Wochenstart, liegt an einer eher bürokratischen Entscheidung. Erst in den 1970er Jahren wurde in Deutschland (und vielen anderen Ländern) per ISO-Norm festgelegt, dass der Montag offiziell der erste Tag der Kalenderwoche ist. Man wollte einfach, dass das „Wochenende“ auch wirklich am Ende der Woche im Kalender steht.
Biblisch und religiös gesehen chillen wir am Sonntag also eigentlich am ersten Tag der Woche, anstatt da direkt mit Vollgas loszulegen. Vielleicht hilft das ja beim nächsten Montags-Blues – zu wissen, dass die Woche eigentlich schon längst läuft, während wir noch entspannt frühstücken.
Das Wochen-Resümee
Ob du den Sonntag jetzt als Startschuss oder als Chill-Out-Tag nutzt: Historisch gesehen ist er der christliche Nummer-eins-Tag. Die Einteilung, die wir heute in unseren Handy-Kalendern sehen, ist also eher ein modernes Organisations-Tool als eine uralte Tradition.




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