Steht ein US Angriff auf Venezuela kurz bevor?

Trumps Muster: Dementi als Kriegsvorbereitung?

Die Nachrichtenlage rund um Venezuela ist (Stand 3. November 2025) extrem widersprüchlich und erinnert auf beunruhigende Weise an die Ereignisse im Vorfeld des US-Angriffs auf den Iran in diesem Sommer. Während Medien wie „FOCUS Online“ und „Watson“ unter Berufung auf US-Quellen am Wochenende berichteten, ein US-Angriff auf Venezuela stehe „in den nächsten Tagen oder Stunden“ bevor, folgte postwendend ein klares Dementi.

Präsident Donald Trump selbst erklärte am 31. Oktober auf Nachfrage von Journalisten zu den Angriffsplänen unmissverständlich: „Das stimmt nicht.“

Auf den ersten Blick wirkt dies wie eine klare Deeskalation. Doch eine Analyse der US-Militäraktionen in diesem Jahr zeichnet ein anderes Bild und wirft die Frage auf, welchen Wert Trumps öffentliche Dementis in militärischen Krisen haben.

Der Blick zurück: Der Iran-Angriff

Wir müssen nur wenige Monate zurückblicken, um ein fast identisches Muster zu erkennen. Am 22. Juni 2025 flogen die USA massive Luftangriffe gegen drei iranische Atomanlagen (Fordow, Natanz und Isfahan) und traten damit offen in den Konflikt zwischen Israel und dem Iran ein.

Entscheidend ist jedoch, was vor diesem Angriff geschah.

In den Tagen unmittelbar vor der Eskalation war die öffentliche Haltung des US-Präsidenten eine völlig andere. Berichten (u.a. „ZIB Spezial“) zufolge hatte Donald Trump eine Entscheidung über einen Militärschlag „erstmal vertagt“. Er betonte öffentlich, er „glaube weiterhin an eine diplomatische Lösung“ und wolle „innerhalb der kommenden zwei Wochen“ entscheiden.

Diese öffentlichen Äußerungen, die auf Zeitgewinn und Diplomatie hindeuteten, standen im krassen Gegensatz zu dem kurz darauf folgenden, sehr realen Militärschlag.

Ein vertrautes Verhaltensmuster

Vergleicht man die Situation im Juni 2025 (Iran) mit der Situation im November 2025 (Venezuela), ist die Parallele offensichtlich:

  1. Iran (Juni): Medien berichten über Angriffspläne. Trump wiegelt ab, spricht öffentlich von „diplomatischer Lösung“ und „Vertagung“. Kurz darauf erfolgt der Angriff.
  2. Venezuela (Jetzt): Medien berichten über unmittelbar bevorstehende Angriffe. Trump dementiert dies öffentlich und vehement.

In beiden Fällen nutzt die Administration offenbar widersprüchliche Signale. Während die Medien – möglicherweise durch gezielte Indiskretionen aus dem Militär- oder Geheimdienstapparat – maximalen Druck aufbauen, sorgt der Präsident persönlich für Verwirrung und ein Dementi.

Was bedeutet das Dementi für Venezuela?

Das scharfe Dementi Trumps bezüglich Venezuela kann vor diesem Hintergrund nicht mehr als simple Entwarnung gewertet werden. Das Iran-Beispiel hat gezeigt, dass ein öffentliches Abstreiten von Angriffsplänen keinerlei Garantie für eine militärische Zurückhaltung bietet.

Es könnte im Gegenteil ein strategisches Manöver sein, um einen Gegner in falscher Sicherheit zu wiegen oder die internationale Gemeinschaft bis zur letzten Sekunde zu täuschen.

Die Darstellung der Dinge mündet daher in einer zentralen Frage: Wenn das Verhaltensmuster von Präsident Trump vor dem Iran-Angriff nahezu identisch mit seinem jetzigen Verhalten in der Venezuela-Krise ist, wie wahrscheinlich erscheint dann ein US-amerikanischer Angriff trotz seines Dementis in nächster zeitlicher Nähe?

Das Video von Geo Wissen ist heute gegen 8 Uhr morgens deutscher Zeit online gegangen:


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.


Kommentare

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen