Endzeit – Hunger

Von Stephan Achtermann. Für manche Christen gehören bestimmte Endzeit-Fantasien zu ihrem festgefügten Weltbild. Mir scheint es manchmal schon eine Art Hunger oder Sehnsucht nach dem Ende zu sein.
Grundannahme dieser Denke ist: das Ende ist nahe. Ist ja auch mit genau einer Bibelstelle biblisch belegbar:

„Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge.“   1.Petr 4,7

Das ist eine sehr allgemeine Aussage, die „Herr Petrus“ vor fast 2000 Jahren gemacht hat. „Nahe“ scheint ein sehr dehnbarer Begriff zu sein.

Es werden bestimmte Zeichen „gelesen“, wie z.B. Kriege, Naturkatastrophen, Christenverfolgung…. Also kurz gesagt: alles, was es schon immer und überall und immer wieder gegeben hat und gibt.
Und wir können Gott dankbar sein, dass wir hier in Europa von o.g. „Zeichen“ verschont bleiben. Als Zeitansage taugt das nicht. Es zeichnet sich auch kaum ein Fortschreiten ab. Man muss schon sehr endzeitverliebt sein, um die kommende Christenverfolgung in Deutschland zu erahnen. Objektiv erhärten lässt sich das m.E. nicht. Ein Narr, wer das Gegenteil erhofft!

Ein ziemlich dämlicher Satz, der immer wieder zu hören ist, lautet: „Israel ist der Zeiger an Gottes Uhr.“
Und was genau soll da abzulesen sein? Ist das überhaupt biblisch?
Und um im Bild zu bleiben: was sind denn die Ziffern, durch die Zeiger überhaupt erst etwas zeigen können?
Vor allem: Wer ist eigentlich in der Position, die Zeit an Gottes Uhr abzulesen.

Wollen wir biblisch bleiben, muss dieser Uhrleser (oder Urheber?) mehr sein als Jesus persönlich. Denn er hat doch gesagt:

„Doch wann jener Tag und jene Stunde sein werden, weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn; nur der Vater weiß es.“

Mt 24,36

Also ist Gott der Einzige, der es weiß. Niemand sonst ist so weise, die Uhrzeit abzulesen. Außerdem gilt ja auch, dass bei Gott 1000 Jahre wie ein Tag sind (Psalm 90,4).

Ich glaube nicht, dass Gott wollte, dass wir uns vor Angst in die Hosen pissen. Die Offenbarung z.B. lässt sich auch als Trostbuch lesen. Wissend um all den Dingen, die kommen sollen, dürfen Christen die Gewissheit haben: Christus ist mit seiner Gemeinde. Z.B.:

„Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“

Offb 2,1

Fürchte Dich nicht, Du Endzeitfreak. Gott will nicht, dass Du Angst hast oder anderen Angst machst!

Wie sagte einer meiner theologischen Lehrer so treffend:

„Wir warten nicht auf den Antichristen. Wir warten auf den kommenden Herrn Jesus Christus.“

(M.Dreytza)

Und wie endet die Bibel? Sie hat ein Happy-End. Die beiden letzten Verse:

„Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, ja, komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen.“

Offb 22,20f
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> Originalpost
Titelbild: Giampaolo Macorig ,flickr.com

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