Du wirst gesehen!

Manchmal kann ich sie im Vorbeifahren auf der einen Strassenseite stehen sehen – eine Frau. Beim ersten mal dachte ich noch, sie wolle die Strasse überqueren. Aber sie stand nur da und schaute über die Strasse hinweg zum Fluss hinunter.
An einem anderen Tag begriff ich dann, wieso. Dort fuhr gerade ein kleines Mädchen auf ihrem Fahrrad zum nächsten Ort in die dortige Schule. Und mir wurde klar: Die Mutter begleitete wohl morgendlich ihre Tochter bis zur Strasse und überzeugte sich, dass ihre Kleine gut auf der anderen Seite ankam. Aber noch mehr, sie blieb solange stehen, bis das Mädchen auch die Strecke des Fahrradweges, die an den Uferbäumen entlang führte, hinter sich gelassen hatte und dann freies Feld kam.

Eltern in unserer Gegend lassen ihre kleineren Schulkinder nicht mehr so einfach losfahren, seitdem in einem Winzerdorf in der Nähe dieser schreckliche Mordfall stattgefunden hat. Ein Kind auf dem Schulweg wurde in ein Gebüsch gelockt und umgebracht.
Deshalb kann ich gut verstehen, wie auch diese Mutter sich erst wieder auf den Heimweg macht, wenn sie sich sicher sein kann, dass ihr Kind die gefährlichsten Strecken hinter sich gelassen hat.

Ob es der Kleinen bewusst ist, dass die Augen ihrer Mutter sie verfolgen und bewachen?

David – ein Hirte, Staatsmann, Dichter, Verfolgter aus alten Zeiten komponierte ein Lied, welches genau dieses Gesehen-Werden zum Inhalt hat. Heute kennen wir es als „Psalm 139“:

Ein Lied Davids.
Herr, du durchschaust mich, du kennst mich durch und durch. 
Ob ich sitze oder stehe – du weißt es, aus der Ferne erkennst du, was ich denke. 
Ob ich gehe oder liege – du siehst mich, mein ganzes Leben ist dir vertraut. 
Schon bevor ich rede, weißt du, was ich sagen will. 
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine schützende Hand über mir…

So wie diese Mutter auf meinem morgendlichen Arbeitsweg ihr Kind im Blickfeld behält, solange es geht – so stehen auch wir im Fokus der Augen Gottes. Für manche mag das ein unangenehmer Gedanke sein. Mir macht er Mut, gibt Sicherheit und ich fühle mich geborgen in all den dunklen Schatten, die das Leben manchmal wirft.

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Titelfoto: A. Meissner

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