Essen vor Flüchtlingen

Nicht essen mit, sondern Essen vor Flüchtlingen. Der Münchener Verein theolounge e.v. plant, Menschen, die Flüchtlingen gegenüber sehr negativ eingestellt sind und davon ausgehen, dass diese einzig und allein zu dem Zwecke hergekommen seien, um ihnen ihr wohlverdientes Geld abzuknüpfen, zu einem Festmahl der ganz besonderen Art einzuladen. Das Besondere daran ist, das Festmahl soll mitten in einer Flüchtlingsunterkunft stattfinden. Gedacht ist beispielsweise an die Bayern-Kaserne. Während die Flüchtlinge an ihren Tischen das Mensaessen zu sich nehmen, soll direkt daneben ein festlich gedeckter Tisch aufgebaut werden, mit Tischdecke, Tischsets, mehreren Besteckgarnituren, Gläsern für Wasser, Wein und einen Aperitif. Zudem soll … Essen vor Flüchtlingen weiterlesen

Boxspringbetten mit Taschenfederkernmatratzen

Manche Wortungetüme können wohl nur die Deutschen. Donau-dampfschifffahrts-gesellschafts-kapitäns-kombüsen-schlüsselloch-abdeckungs-vorrichtung. Oder so wie in der Überschrift. Während es draußen unbehagliche und kalte 1° Celsius sind, sitzt eine mit leichtem Negligee bekleidete Dame mit einem hunde- oder handtaschenähnlichen Lebewesen auf einem Boxspringbett, welches Taschenfederkernmatratzen zu enthalten vorgibt. Nachdem ich mir doch tatsächlich einmal die Mühe gemacht hatte, zu ergründen, um was es sich bei diesen beiden Wortgebilden handelt, kann ich nun mitreden. Die Boxspringbetten stammen ursprünglich aus den USA und sind kastenförmige Betten, die man vor allem in Hotels vorfindet. Doch dank emsiger und um das stete Wohl der Allgemeinheit bemühter Werbefachleute kann … Boxspringbetten mit Taschenfederkernmatratzen weiterlesen

Königsplatz

Ein Grad Celsius Außentemperatur, 7:30 Uhr morgens. Könige wohnen hier nicht, sondern Obdachlose. Drei junge Männer oder Jugendliche liegen am Königsplatz auf der Abluftöffnung der U-Bahn, aus der heraus immerhin ein wenig vorgewärmte Luft kommt. Gestern wurden sie im Rahmen einer Großrazzia rund um den Hauptbahnhof von der Polizei untersucht. Wie ich schon in zwei oder drei vorhergehenden Artikeln geschrieben habe, ist es offenbar nicht so, dass sie nirgendwo hingehen könnten. Die Streetworker von St. Bonifaz haben sie in Kenntnis gesetzt, dass sie in der Bayern-Kaserne ab dem 1. November bis März eine Wärmeunterkunft haben, also ein Bett zum Schlafen. … Königsplatz weiterlesen

Eine Art Razzia

Vielleicht ist auch Polizeikontrolle der bessere Ausdruck. Jemand erzählte mir vorhin, wie es mit den Jugendlichen oder jungen Männern, die am Königsplatz in München schon seit Wochen oder vielleicht auch noch länger auf dem Abluftschacht der U-Bahn schlafen und offenbar keinen Wohnsitz haben, weiterging. Vor kurzem hatte ich diese jungen Männer oder Jugendliche noch angesprochen, in der Sorge, dass sie in der Nacht bei der Kälte womöglich erfrieren könnten. Ich hatte auch bei St.Bonifaz Informationen eingeholt und der Obdachlosenhilfe dort Bescheid gegeben, ebenfalls bei einer weiteren solchen Einrichtung. Die Antwort war ja, dass man sich um diese jungen Männer bereits … Eine Art Razzia weiterlesen

Überwintern draußen, in der Stadt

Heute morgen lagen am Königsplatz wieder einige junge Männer auf dem Lüftungsschacht der U-Bahn. 6 bis 8 Leute dürften es gewesen sein. Einer hatte sich aufgesetzt und ich fragte ihn, ob er oder sie Hilfe bräuchten. Einige konnten Englisch, einer sogar ein paar Brocken Deutsch. Die Antwort war etwas ambivalent, nein bis vielleicht auch ja. Ich sagte ihnen, dass nebenan die Kirche St. Bonifaz ist, wo es eine Obdachlosenspeisung gibt. Heute Mittag suchte ich diese Obdachlosenspeisung auf und redete mit ein paar Mitarbeitern. Diese meinten, die jungen Männer oder auch Jugendlichen, denn einige von ihnen sind womöglich noch minderjährig, kämen … Überwintern draußen, in der Stadt weiterlesen

Menschen, die bei 0 Grad auf U-Bahnschächten liegen

In der Luisenstraße in München nahe des Königsplatzes liegen seit einiger Zeit Menschen auf der Abluftöffnung der U-Bahn. Im Herbst war dies wohl noch annehmbar, doch heute früh hatte es gegen 7 Uhr um die 5 Grad. Nicht gerade viel, nachts dürfte es noch weiter abgesackt sein bei der Temperatur. Vorhin schrieb ich ganz brav einen Artikel über den Heiligen Sankt Martin und wie er seinen Mantel geteilt hatte, um einen armen Menschen vor dem Erfrieren zu retten. Eben fuhr ich vorbei an einem frierenden Menschen, etwa 15 bis 20 Jahre alt und dunkelhäutig. Und definitiv zu dünn angezogen. Er … Menschen, die bei 0 Grad auf U-Bahnschächten liegen weiterlesen

Mit heißem Tee gegen Minusgrade und soziale Kälte

Frankfurter Kältebus auf dem Weg zu obdachlosen Menschen. Am Eingang zum U- und S-Bahnhof Hauptwache steht eine Gruppe Jugendlicher. Dick eingemummelt in ihre Daunenjacken lassen sie die Weinflasche kreisen und beraten darüber, wie die weitere Abendgestaltung aussieht. Während sie gerade erst losziehen, haben sich andere eine Etage tiefer schon zum Schlafen hingelegt: Die B-Ebene der Hauptwache ähnelt heute Nacht einem Zeltlager.> mehr. foto:amanky,Amancay Maahs,flickr.com Mit heißem Tee gegen Minusgrade und soziale Kälte weiterlesen

Soziale Gerechtigkeit

obdachlos

Hat nicht mein Schöpfer auch ihn [den Armen] im Mutterleib geschaffen, hat nicht der Eine uns im Mutterschoß gebildet? Wenn ich der Armen Wunsch versagte, verschmachten ließ der Witwe Augen, wenn ganz allein ich meinen Bissen aß, das Waisenkind aber nicht davon aß – von Jugend an hat wie ein Vater er mich großgezogen, vom Mutterschoß an mich geleitet -, wenn ich den Verlorenen sah ohne Kleid und ohne Decke den Verarmten, 20 wenn nicht seine Lenden mir dankten, er nicht von der Schur meiner Lämmer sich wärmte, wenn meine Hand der Waise drohte, weil ich am Tor Helfer für mich sah, dann falle die Schulter mir vom Nacken, breche der Arm mir aus dem Gelenk. (Hiob 31,15-22)

In der ganzen Bibel, nicht nur im Alten Testament, nimmt der soziale Auftrag der Gläubigen einen grossen Raum ein. Gott hat uns gesandt, um seine Liebe zur Welt in der Welt praktisch werden zu lassen. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Lebensumständen der Menschen damals und heute, speziell in Europa. Ich habe noch nie einen Nackten in unserem Gottesdienst gesehen und auch noch nie jemanden getroffen, der buchstäblich am Verdursten war. Dennoch kann Elizabeth Achtemeier in ihrem Kommentar zu Amos schreiben: “the situation was not too different from that found in any prosperous modern nation” (p.170)[1] „Soziale Gerechtigkeit“ weiterlesen