Warum gibt es Streit?

Die vordergründige Antwort ist einfach: deswegen, weil es unterschiedliche Meinungen gibt. Es gibt aber verschiedene Arten von Streit. Oft ist es so, dass der Eine von dem Anderen etwas möchte, der Andere aber vorgibt, einfach nicht zu verstehen, was der Eine will. Beispiel: Eine ältere Frau hat ein Auto und vorne ist ein Licht kaputt. Weil Wochenende ist und sie selber sich mit Autos nicht allzu gut auskennt, braucht sie schnell eine Lösung. Sie fragt einen Nachbarn, ob er ihr die Lampe auswechseln könne. Der sagt, er habe keine Zeit, er könne das nicht, es sei doch ganz einfach, eine … Warum gibt es Streit? weiterlesen

Was ist das Bewusstsein ?

Der Philosoph Thomas Metzinger erklärt:[1]

Das Problem des Bewusstseins bildet heute – vielleicht zusammen mit der Frage nach der Entstehung unseres Universums – die äußerste Grenze des menschlichen Strebens nach Erkenntnis.

In einem materialistischen Weltbild entsteht das Rätsel des Bewusstseins anhand der Frage, wie es prinzipiell möglich sein kann, dass aus einer bestimmten Anordnung und Dynamikvon Materie Bewusstsein entsteht. Die Vertreter der These, dass das Bewusstsein rätselhaft sei, argumentieren, dass selbst eine lückenlose Aufklärung sämtlicher physiologischer Gehirnprozesse diese Frage nicht beantworten könne. Es scheine unklar, warum ein Mensch nicht einfach funktionieren könne, ohne dass er es bewusst erlebt. Die Vorstellbarkeit dieser Situation lege offen, dass „Was ist das Bewusstsein ?“ weiterlesen

Bibellesen

brot
Ißt man denn ungesalzene Speise? Wer hat Geschmack an fadem Schleim? Ich sträube mich, daran zu rühren, das alles ist mir wie verdorbenes Brot. (Hiob 6,6-7 nach der Einheitsübersetzung)

Als ich diese Stelle las musste ich daran danken, wie oft mir vor meiner geistlichen Nahrung genauso ekelte wie Hiob vor seinem Essen. Wahrscheinlich ging es mir die meiste Zeit in meinem Christsein so, dass mir die Bibel genauso widerwärtig war wie verdorbenes Brot. Natürlich hätte ich das nie so ausgedrückt, aber so verhalten habe ich mich allemal. Ich frage mich manchmal, wie vielen bibelgläubigen Christen es eigentlich so geht, dass sie das lebendige Wort doch nur im Gottesdienst zu sich nehmen und sonst eher nicht in der Bibel lesen? „Bibellesen“ weiterlesen

Bibel lesen – aber richtig!

Die Kommentare zu “Komm nicht um!” haben es deutlich gemacht: Ihr denkt, dass ich den ganzen Tag Bibel lese. Der Verdacht liegt auch nahe; einige Posts handelten von der Wichtigkeit des Wortes; ich frage in jeder Predigt, ob die Leute ihre Bibeln mithaben und lege generell viel Wert darauf, dass Christen das Wort Gottes lesen und kennen.
Tatsächlich lese ich aber nicht sehr viel Bibel. Das letzte mal richtig lange einfach nur Bibel gelesen habe ich vor einem Jahr. Ich hatte es früher immer so verstanden, dass schon das Lesen der Bibel es bringen würde (”es”= geistliches Wachstum), musste aber feststellen, dass das so nicht ganz richtig ist. Meine ersten Bibelleseerfahrungen waren ein Griff ins Klo: Nichts verstanden, nur Fragen, überall Widersprüche und nix von Gott gesehen. Mein Fazit damals: Ich kaufe mir einen Kommentar, wahrscheinlich bin ich zu doof, das Wort zu verstehen und brauche einen Ausleger. Also habe ich mir Barclays Kommentar zum NT gekauft – was es nicht besser gemacht hat. „Bibel lesen – aber richtig!“ weiterlesen

Komm nicht um!

Manchmal fragt man sich ja schon: “Wann kommt ein geistlicher Durchbruch?” (Ich übersetze: Wann tut Gott endlich seinen Job, giesst Seinen Geist aus und schenkt Erweckung?). Tja, immer wenn es mir mal so geht, bekomme ich dieselbe Antwort:
Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis. (Hosea 4,6 nach der Elberfelder) Es geht nicht darum, dass Gott noch irgendetwas machen müsste oder uns etwas vorenthielte. Es geht darum zu verstehen und zu leben, was wir schon haben. Ich habe neulich schon mal darüber geschrieben, aber es ist ein wichtiges Thema, das Wiederholung verträgt.
Gott hat Seinen Teil schon getan: Jesus ist gestorben, der Geist ausgegossen, die Bibel geschrieben. Das, was fehlt ist, dass wir erkennen und verstehen, wer wir in Jesus sind und was Jesus für uns getan hat. Das Problem ist nicht Gott, wir sind das Problem. „Komm nicht um!“ weiterlesen

Erkenntnis – Das Gebet des Paulus

Erkenntnis kann nur erkennen, was Gott bereits getan hat. Sie macht keine eigenständigen Erfindungen sondern entdeckt etwas Vorhandenes. Schon das blosse Wort “Entdeckung” ist interessant. Es bedeutet, dass etwas ent-deckt wird, also aufgedeckt. Die Decke, die über etwas gelegen hat wird fortgenommen und man kann es nun sehen. Es war immer da, aber vor den Blicken verborgen. In diesem Sinne muss man auch die “fortschreitende Offenbarung” verstehen, um die es in einem der letzten Posts zum Thema “Metatheologie” ging. Der erste Schritt um eine (neue) Erkenntnis zu bekommen ist es, überhaupt eine zu wollen. Sehnsucht nach mehr von Gott ist wichtig damit sich das geistliche Leben nicht festfährt und im Fluss bleibt. „Erkenntnis – Das Gebet des Paulus“ weiterlesen

Erkenntnis – der Anfang

Die Erkenntnis der Menschheit, die uns in der Bibel überliefert ist, war eine traumatische Erfahrung, die die Menschen alles kostete, was wertvoll war in ihrem Leben. Mitten im Paradies stand der verbotene Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Es ist ein seltsamer Baum und ich kann mir kaum vorstellen, welche Erkenntnis er gegeben hat. Gut und Böse sind moralische Qualitäten und ich kann mir kein Leben vor dem Essen der Frucht vorstellen. Es muss ein Leben ohne Moral gewesen sein, aber dennoch nicht negativ, denn die Menschen lebten im Paradies. Offenbar lag über allem ein Mantel der Unschuld; man musste sich keine Gedanken machen ob das, was man tat gut oder böse ist, man tat einfach und es war gut. „Erkenntnis – der Anfang“ weiterlesen