Die Emanzipation des Mannes am Beispiel der neuen Väter.

Von Roland Kopp-Wichmann. Am Ende ihres fast hundertjährigen Lebens wurde Astrid Lindgren gefragt, welche gesellschaftliche Veränderung in diesem Zeitraum wie wichtigste gewesen sei. Ohne Zögern nannte sie die Tatsache, dass die Männer Väter geworden sind.

Und wer mit offenen Augen durch deutsche Städte streift, sieht tatsächlich Erstaunliches. Auf Straßen, Spielplätzen, in Parks – überall kann man sie sehen, die aktiven Väter. Männer tragen ihre Babys auf dem Rücken, vor dem Bauch, auf der Hüfte, Väter schieben ihre Kinder im Kinderwagen oder im Buggy. „Die Emanzipation des Mannes am Beispiel der neuen Väter.“ weiterlesen

Wie bleibt man im Alter jung?

grabstein_handy1 eigenes Foto

Älteste Bloggerin der Welt mit 97 Jahren gestorben.

Von Roland Kopp-Wichmann. In diesem Blog erinnere ich ja immer wieder an die Neuroplastizität des Gehirns. Also die Tatsache, dass unser Gehirn eine lebenslange Baustelle ist, in der das entsteht, womit wir uns täglich beschäftigen. Mit anderen Worten, die beste Vorsorge gegen Demenz, Altersdepression und Verkalkung ist Beweglichkeit.

Untersuchungen zeigen, wer im Alter (wann immer das ist) noch eine Sprache oder ein Musikinstrument lernt, steigert seine kognitiven Fähigkeiten beträchtlich. Aber auch wer Kreuzworträtsel löst, Gehirnjogging betreibt, seinen Enkeln vorliest oder einfach weiterarbeitet in einem Beruf, der ihm Freude macht, ist besser dran. Also: hoch mit dem Hintern und bewegen Sie sich! Nicht nur körperlich, sondern auch geistig. „Wie bleibt man im Alter jung?“ weiterlesen

Können Entwicklungshilfe und Elterngeld die Probleme wirklich lösen?

 

„Bitte nicht helfen. Es ist schon schwer genug!“

Von Roland Kopp-Wichmann. Dieses geflügelte Wort unter Helfern und Geholfenen beschreibt ironisch die janusköpfige Eigenart des Helfens. Einerseits ist da der Impuls des Helfenden, der beim Anblick von Hunger, Krankheit und Not, unbedingt etwas tun will. Wobei andererseits die systemischen Folgen für den Hilfeempfänger selten bedacht werden.

Zwei Berichte in der FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGZEITUNG vom 12.4.09 haben mich zu diesem Beitrag angeregt.

Warum die westliche Entwicklungshilfe versagt hat.

In ihrem ersten Buch „Dead Aid“ erklärt Dambisa Moyo diese Entwicklung. Der Untertitel ihres Buches lautet: „Why Aid is not working and how there is another way for africa.“ Ihre Argumente fand ich mutig und klug. Hier die wichtigsten: „Können Entwicklungshilfe und Elterngeld die Probleme wirklich lösen?“ weiterlesen

Wie kann man anderen Menschen sinnvoll helfen?

Von Roland Kopp-Wichmann. Als Therapeut, Seminarleiter und Coach geht es ja im weitesten darum, anderen Menschen zu helfen. Die gängige Meinung über Psychologen ist ja oft:

„Die haben selber einen an der Waffel. Deswegen ergreifen die den Beruf. ein normaler Mensch hört sich doch nicht den ganzen Tag die Probleme anderer Menschen an.“

Etwas differenzierter sagte es mal vor vielen Jahren einer meiner Lehrer: „You teach what you have to learn.“

Doch wie hilft man nun anderen Menschen? „Wie kann man anderen Menschen sinnvoll helfen?“ weiterlesen

Wie wird man selbstbewusster?

Von Roland Kopp-Wichmann. Bei der Wahl des neuen Wirtschaftsministers Karl-Theodor zu Guttenberg konnte man mal wieder staunen. Wie schaffen es Menschen, sich selbstbewusst eine Aufgabe zuzutrauen, für die sie bisher kaum Erfahrung nachweisen können? Und wo die Auswahlkriterien des Vorgesetzten vor allem darin bestanden, dass man keinen anderen hatte, man jung genug war und des innerparteilichen Proporzes wegen aus Franken stammen musste.

So ein Selbstbewusstsein müsste man haben, denken sich viele.

Wie schafft man das? Wieso kann ich das nicht? Was machen so Menschen anders? „Wie wird man selbstbewusster?“ weiterlesen

„Frauen wollen erwachsene Männer“ – mein erstes Buch erscheint.

Von Roland Kopp-Wichmann. Es ist soweit! Mein erstes Buch ist raus und schon in Ihrer Buchhandlung oder bei Amazon vorbestellbar.

Worum geht es in dem Buch?

Der Klappentext verrät:
„Reagiert er fast immer beleidigt, wenn man ihn kritisiert? Haben Sie als Partnerin oft das Gefühl,mit einem verwöhnten Prinzen statt mit einem Mann zusammen zu sein? Hält er auffällig oft Kontakt zu seiner Mutter? Hat die Mutter einen Schlüssel zur Wohnung?

Die mangelnde Ablösung des Mannes von seinen Eltern zeigt sich oft in Kleinigkeiten. Hat der dem Lebensalter nach erwachsene Mann diese Ablösung nicht vollzogen, kann das die Paarbeziehung empfindlich stören.

Der Autor erläutert die psychologischen Hintergründe dieser Ablösungsproblematik und lädt Mann und Frau in humorvoller und teilweise provozierender Weise dazu ein, mutig Neues auszuprobieren: damit er endlich erwachsen fühlen und lieben kann.“

Das Buch hat mehrere Zielgruppen und Verwendungsmöglichkeiten. Es ist:

Ein Burnout ist oft die Lösung. Die Probleme liegen meist ganz woanders.

Von Roland Kopp-Wichmann. Vor ein paar Wochen fragte ich einen Teilnehmer meines Zeitmanagement-Seminars, wann er abends nach Hause käme. Er antwortete: „Wenn ich früh fertig werde um 21 Uhr.“ Auf meine Frage: „Und wenn es spät wird?“ war seine Antwort: „Um drei.“ Er meinte, drei Uhr morgens.

Für viele Führungskräfte ab dem mittleren Management sind Vierzehnstunden-Tage keine Ausnahme, „Ein Burnout ist oft die Lösung. Die Probleme liegen meist ganz woanders.“ weiterlesen

Was männliche Führungskräfte von Obama lernen können.

Von Roland Kopp-Wichmann. Das letzte Mal, dass ich eine Nachrichtensendung im Fernsehen verfolgte und mir immer wieder die Tränen kamen, war beim Fall der Mauer in Berlin. Letzte Nacht war es wieder so weit. Ich sass da, schaute die Bilder der Menschen, als das Ergebnis der US-Wahl verkündet wurde, sah die begeisterten Menschen – und war ergriffen.

Da mir das bei einer Bundestagswahl noch nie passierte und ich auch zu Amerika keine besonderen Beziehungen pflege, dachte ich, dass es schon etwas mit der Person von Barack Obama zu tun haben müsste. Und mit dem, was er in Menschen auslöst. Dann musste ich an meine Arbeit mit Führungskräften, denn diese wollen ja bei Ihren Mitarbeitern und Kunden auch viel bewegen.

Warum geschieht das so selten? „Was männliche Führungskräfte von Obama lernen können.“ weiterlesen

Theolounge-Leser nennen ein wichtiges Buch. Machen Sie mit!

Von Roland Kopp-Wichmann. Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich. Chinesisches Sprichwort.

Immer wenn neue Medien erfunden werden, verkünden ein paar Kassandra-Rufer und Untergangspropheten das Ende eines Zeitalters. Als das Fernsehen kam, befürchteten viele das Ende des Kinos. Als die Compact Disk erfunden wurde, glaubten viele an das Ende der Schallplatte. Als der PC kam, sahen etliche schon das papierlose Büro. Alles trat nicht ein.
Auf der gerade stattfindenden Buchmesse in Frankfurt wurden elektronische Lesehilfen wie der Kindle von Amazon vorgestellt. Damit kann man auf einem Bildschirm gespeicherte Bücher lesen. Der Akku soll einige Tage lang halten, speichern kann man in einem Kindle Tausende von Bücher. Praktisch für die Flugreise, wo ich bisher am Counter immer meinen ganzen Charme aufbieten musste, weil ich durch meine vielen Bücher regelmäßig deutlich über der 20-kg-Grenze liege.   Ach, die Zukunft des Buches ist düster ! „Theolounge-Leser nennen ein wichtiges Buch. Machen Sie mit!“ weiterlesen

Wie ändern Menschen ihr Verhalten?

Von Roland Kopp-Wichmann. „Ich will so bleiben, wie ich bin!“ lautet ein Werbeslogan für fettreduzierte Lebensmittel mit dem verheißungsvollen Markennamen „Du darfst“. Doch wer seine Lebensmaximen morgens von der Margarinepackung abliest, muss sich nicht wundern, wenn das Versprochene nicht immer eintritt.

Denn natürlich hat es die Natur so eingerichtet, dass bei allem Lebendigen nichts so bleibt wie es ist. Glücklicherweise sorgen unsere Wünsche, Bedürfnisse und das Leben mit seinen Herausforderungen dafür, dass nicht sehr lange etwas so bleibt, wie es ist. Kurz gesagt, die meisten Menschen wollen immer wieder mal etwas in ihrem Leben verändern. Was die spannende Frage aufbringt: Wie kann man eigentlich etwas verändern? „Wie ändern Menschen ihr Verhalten?“ weiterlesen

Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?

Von Roland Kopp-Wichmann. Ein ernstes Thema, das ich auch unter dem Eindruck des Intensivseminars, das ich letzte Woche leitete, schreibe. Trotz etlicher Erfahrungen mit Menschen zu diesem Thema, bin ich doch immer wieder auf’s Neue betroffen, wenn ich miterlebe, wie körperliche Strafen, die jemand vor zwanzig, dreißig Jahren oder länger erlitten hat, sich auf das spätere Leben auswirken können.

Ich muss schon sehr genau hinhören und hinspüren, um mitzukriegen, dass jemand körperliche Gewalt in seiner Kindheit andeutet. Denn das Thema ist immer noch tabuisiert und vor allem auch schambesetzt. Doch wenn jemand beim Schildern seiner Biographie erwähnt, dass „es zu Hause streng zuging“ oder „Welche Folgen hat es, als Kind geschlagen worden zu sein?“ weiterlesen

Achtsamkeit – das beste Mittel gegen Ihren Alltagsstress.

Von Roland Kopp-Wichmann. So lautet die Überschrift der Titelgeschichte in der aktuellen PSYCHOLOGIE HEUTE. Mittlerweile wird Achtsamkeit öfters als „State of the Art-Ansatz“ in der Psychotherapie gelobt. Ich lernte Achtsamkeit 1983 auf einem Workshop mit Ron Kurtz kennen – und war von diesem Ansatz restlos begeistert. Ich absolvierte meine Ausbildung (damals meine dritte Therapieausbildung) bei ihm und Halko Weiss und gründete mit einigen Kollegen zusammen das HAKOMI-Institut in Europa, das wir gemeinsam zwanzig Jahre leiteten.

Noch heute ist Achtsamkeit ein wesentliches Element in meinen Persönlichkeitsseminaren und der Arbeit mit Menschen. Ich glaube mittlerweile – auch durch meine Beschäftigung mit der Neurobiologie – dass es ohne Achtsamkeit kaum möglich ist, sich nachhaltig zu verändern.

Was ist „Achtsamkeit“? Und was macht sie so wertvoll? „Achtsamkeit – das beste Mittel gegen Ihren Alltagsstress.“ weiterlesen

Warum interessieren sich Männer so für Fußball?

Von Roland Kopp-Wichmann. Heute Abend ist es wieder soweit. Millionen von Männern – und ein paar Frauen, deren Männer fußballbegeistert sind, sitzen vor dem Fernseher oder einer großen Leinwand. Sie schauen anderen Männern dabei zu, wie sie einen Ball in eines der beiden Toren zu bringen suchen. Was ist daran so spannend?

Bei Wikipedia findet man eine Liste aller Sportarten (es sind ca. 250, von Apnoetauchen bis Zwergenwerfen). Aber keine ist so populär wie Fußball. Was ist also daran, dass Männer, denen es sonst schwer fällt, sich für das nächste Wochenende festzulegen, sich ein Jahr vorher Eintrittskarten für ein Spiel reservieren, wo die Akteure nicht mal feststehen.

Die Frage hat mich nicht losgelassen (vielleicht habe auch ich die Frage nicht losgelassen) und mir kamen dazu folgende Gründe:

  1. Beim Fußball dürfen Männer alle Gefühle zeigen. „Warum interessieren sich Männer so für Fußball?“ weiterlesen

Ein Rezept für langes Leben und gute Gesundheit: keine Zeitung, keine Nachrichten.

Von Roland Kopp-Wichmann. Ein sicherheitsbewusster Mann rief bei der Fluggesellschaft an, um sich zu erkundigen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, dass an Bord eines Flugzeuges eine Bombe sei. „Eins zu einer Million“, lautete die Auskunft. „Und dass an Bord zwei Bomben sind?“ wollte er danach wissen. „Eins zu hundert Millionen“ war die Antwort.

Tags darauf wurde ein Mann an der Gepäckkontrolle des Flughafens verhaftet, als er versuchte, eine Bombe im Handgepäck mit ins Flugzeug zu bringen.

Was lernen wir aus dieser – wahren – Geschichte?

Zum einen, dass logisches Denken nicht immer zum Ziel führt. Zum anderen, dass wir Risiken oft völlig falsch einschätzen.

Beim Einschätzen von Risiken machen wir meist folgende Fehler: „Ein Rezept für langes Leben und gute Gesundheit: keine Zeitung, keine Nachrichten.“ weiterlesen

Die Bilder in Ihrem Gehirn entscheiden, was für ein Leben Sie führen.

Von Roland Kopp-Wichmann. In meinen Artikeln geht es immer wieder darum, dass wir die Welt nicht direkt erkennen können. Statt dessen machen wir uns Bilder von dem, was wir in der Welt wahrnehmen. Anders ausgedrückt: Sie nehmen die Welt nicht passiv wahr wie eine Photokamera, die das abbildet, was vor der Linse ist. Sondern wir nehmen aktiv wahr. Wir konstruieren unsere Realität.

In seinem Vortrag auf dem Symposium, das ich vor zwei Wochen besuchte, sprach Prof. Gerald Hüther über diese „Macht der inneren Bilder“. Ein wichtiger Meilenstein dabei war die Entdeckung der Spiegelneuronen, die eher zufällig erfolgte. Per EEG untersuchte man die Gehirnaktivität eines Affen, der gerade eine Banane schälte, und filmte ihn dabei. Ein zweiter Versuchsaffe war auch schon mit dem EEG verbunden und sah zufällig das Video des ersten Affen, auf dem dieser seine Banane schälte. Ein Wissenschaftler schaute „zufällig“ auf die EEG-Ableitung des zweiten Affen und war völlig überrascht, als er bei diesem dieselbe Gehirnaktivität feststellen konnte.

Das heißt: für das Gehirn ist es fast das Gleiche, ob wir eine Handlung ausführen „Die Bilder in Ihrem Gehirn entscheiden, was für ein Leben Sie führen.“ weiterlesen