Was hat die ErbsĂĽndenlehre mit der Demokratie zu tun? Eine Notiz zu Reinhold Niebuhr.

Wenn es eine christliche Lehre gibt, die oft als obskur und hinterwäldlerisch angesehen wird, dann ist es die Lehre von der Erbsünde (engl. original sin).

Basierend auf der biblischen Aussage „das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an“ (Genesis 8,21) sagt diese Lehre aus, dass im Menschen eine Neigung zum Bösen anthropologisch grundgelegt ist. Es gibt also eine Spannung zwischen der Aussage von dem Menschen als dem „Ebenbild Gottes“ – ein Sprachbild, das auf die grundsätzliche Offenheit des Menschen hin zum Guten, ja, zum Göttlichen verweist – und der gegenläufigen Aussage, die im Menschen einen „Drang zur Sünde“, ja gar eine „Herrschaft der Sünde“ erkennt (vgl. Edmund Schlink 1985, Ökumenische Dogmatik, 2. Auflage, Göttingen, 126ff.).

In jedem Falle ist der Mensch ein ambivalentes Wesen, fähig zu Gutem, sehr Gutem, fähig aber auch zum Bösen, sehr Bösem. Die ErbsĂĽndenlehre dockt an der zweitgenannten Fähigkeit an. Persönlich ziehe ich ĂĽbrigens den englischen Begriff „original sin“ vor, da bei der „original sin“ im Vergleich zu dem Begriff der „ErbsĂĽnde“ der Ursprung dieser SĂĽnde eher in den seelischen Tiefen eines jeden Menschen gesucht wird und weniger in einer irgendwie ĂĽber Generationen weitergegebenen genetischen Disposition. Gemeint ist jeweils aber… hier weiterlesen.

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