Die Coronaimpfung aus Sicht christlicher Ethik

Soll man sich gegen Corona impfen oder soll man nicht? Sagt die Bibel irgendwas dazu?

Nein, die Bibel sagt natürlich nichts dazu. Eine Impfpflicht zu Jesu Zeiten existierte noch nicht. Impfungen im Generellen natürlich auch nicht.

Man könnte sich aber an das Thema über das Doppelgebot der Liebe heranarbeiten. Jesus sagte, man solle Gott von ganzem Herzen lieben, und seinen Mitmenschen, wie sich selbst.

Wenn man Gott in dieser Weise liebt, hält man sich auch an seine ethischen Regeln, deren Grundlage unter anderem ist, dass jeder Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen und gedacht ist.

Man soll dieser Vorstellung nach also mit anderen Menschen gut und anständig umgehen. Allerdings auch mit sich selbst. Nächstenliebe, Feindesliebe, aber auch Selbstannahme.

Hier könnte man in Bezug auf die Impfung also in ein Dilemma kommen. Will man den Nächsten, den Mitmenschen, schützen, oder sich selbst? Verletzt man womöglich sich selbst, wenn man sich impfen lässt? Oder ist es genau umgekehrt?

Da zumindest der Impfstoff von Biontech Pfizer sehr sicher zu sein scheint und mir keine extrem schwerwiegenden Folgeerscheinungen bekannt sind, dürfte es also nicht der Selbstannahme widersprechen, wenn man sich impfen lässt. Denn einem selbst dürfte durch diese Impfung nichts passieren, im Gegenteil, sie sollte einen schützen.

Bleibt also noch der Nächste, der Mitmensch. Nicht alle Mitmenschen können anderen Menschen aus dem Weg gehen. Viele müssen die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen, viele müssen irgendwo arbeiten, wo sie immer wieder in Kontakt mit anderen Menschen kommen und somit potenziell gefährdet sind, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Wenn man sich nun selber gegen das Virus impfen lässt, schützt man möglicherweise die anderen Menschen, wenngleich es noch keine ausgemachte Sache ist, dass die Impfung verhindert, dass man selbst das Virus weitergibt. Aber man hofft, dass es so ist.

Lässt man sich also impfen, liebt man einerseits sich selbst, man nimmt sich selbst an und wichtig, weil man etwas unternimmt, um die eigene Gesundheit zu schützen und zu erhalten. Zum anderen schützt man potentiell auch andere Menschen, weil sie sich dann vielleicht bei einem nicht mehr anstecken können.

Zumindest aber entlastet man andere Menschen bzw die Gesellschaft insgesamt, weil man selber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr schwer an dem Virus erkranken kann, sodass sich auch Krankenhäuser und Notaufnahmen und Intensivstationen dann nicht mehr um einen selbst kümmern müssen, sondern Plätze für andere Menschen frei haben, welche die Hilfe nötiger brauchen.

Insofern könnte man sich aus Sicht christlicher Ethik durchaus impfen lassen. Und aus medizinischer Sicht ist es ohnehin empfehlenswert.

Eine Impfpflicht allerdings ließe sich aus Sicht christlicher Ethik wohl kaum rechtfertigen, weil sie das Recht eines jeden Menschen auf freie Entscheidung aushebeln würde.

Es spricht jedoch viel dafür, sich freiwillig impfen zu lassen, um nämlich seine Mitmenschen, die Gesellschaft und sich selbst zu schützen, um also im christlichen Sinne verantwortlich mit Gottes Schöpfung umzugehen.

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