Gott und Bewusstsein

Der sehr kurze Versuch einer theologisch philosophischen Theoriebildung.

Wenn Gott der Ursprung von allem ist und wenn Gott das Leben ist, dann ist Gott vermutlich auch das Bewusstsein.

Wenn der Mensch Bewusstsein hat, ist er demzufolge in Gott.

Aber auch, wenn der Mensch kein Bewusstsein hat, wenn er ohnmächtig ist beispielsweise oder im Koma, ist er immer noch im Bewusstsein Gottes.

Da Gott per definitionem ewig und unendlich ist, und wenn Gott das Leben und das Bewusstsein ist, so kann auch der Tod einen nicht aus diesem Bewusstsein herauslösen. Man ist weiterhin in diesem Bewusstsein drin.

Oder um es mit Paulus zu sagen, sinngemäß: leben wir, so leben wir Gott, und sterben wir, so sterben wir Gott. So ob wir nun leben oder tot sind, wir sind in Gott.

Wir sind dieser Theorie zufolge immer in Gottes Bewusstsein. Von daher bleiben wir immer in diesem Bewusstsein, auch, wenn wir tot sind.

Dieser Theorie zufolge wäre der Tod nichts Endgültiges, sondern endgültig, also immer gültig, ist demzufolge nur das göttliche Bewusstsein. Aus diesem kann nichts herausfallen, weil alles, was es gibt, in diesem Bewusstsein enthalten ist.

19 Gedanken zu “Gott und Bewusstsein

  1. Ich sehe es so: Gott ist das Leben, aber das Leben ist nicht Gott.

    Was aber ist Bewusstsein? Dass einem etwas bewusst ist? Dann kann man Bewusstsein haben, aber nicht Bewusstsein sein.

    Wenn Gott Bewusstsein hat, ist es ein Bewusstsein der Liebe. Denn Gott ist (nichts anderes als) Liebe.

    Wir sind im Bewusstsein der Liebe Gottes enthalten, weil er die Liebe ist und nicht, weil wir Bewusstsein haben.

    Gottes Bewusstsein würde dann für uns bedeuten: Gott ist ewig unseres Seins bewusst. Er vergisst uns nicht. Und insofern er das ewige Leben zumindest derer will, die sich des Bewusstseins Gottes bewusst sind und sich diesem Bewusstsein anvertrauen, können wir auch auf darauf vertrauen, ewig zu leben.

    Ich finde es einfacher, mit dem Begriff der Liebe zu argumentieren als mit dem des Bewusstseins.

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  2. Die Verwendung des Begriffs Bewusstsein kann dazu führen, vom menschlichen Bewusstsein auf ein göttliches Bewusstsein zu schließen und beide zu parallelisieren, so dass man das menschliche Bewusstsein schließlich dem göttlichen gleichsetzt. Aber Gott ist Mensch geworden und nicht der Mensch Gott.

    Die Gefahr wird deutlich auf Esoterik-Seiten wie der des Pingbacks.

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  3. Ein Fisch sagt: „Dieser Theorie zufolge wäre der Tod nichts Endgültiges, sondern endgültig, also immer gültig, ist demzufolge nur das göttliche Bewusstsein. Aus diesem kann nichts herausfallen, weil alles, was es gibt, in diesem Bewusstsein enthalten ist.“

    Wenn du jetzt nur noch die „Theorie“
    und den Konjunktiv streichts… 🌷

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  4. Ja, mit dem Begriff der Liebe kann man das natürlich auch durchdenken. Aber mit dem Begriff Bewusstsein fand ich es auch mal interessant.

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  5. Außerdem ist Gott vielleicht auch noch mehr als nur die Liebe. Denn unsere menschlichen Erklärungen bleiben wahrscheinlich immer bruchstückhaft.

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  6. Das habe ich schon verstanden, dass du nicht in Richtung Esoterik gehen wolltest. Ich habe ja auch nur auf die Gefahr eines Missverständnisses deiner Theorie hingewiesen. Allerdings kann man auch den Begriff der Liebe esoterisch missverstehen, wie mir noch nachträglich aufging.

    Gerade fällt mir keine Bibelstelle ein, nach der Gott das Leben ist, wohl aber die Quelle des Lebens. Die Gefahr ist wohl die Identifikation von Gott und unserem Leben, unserem Bewusstsein, unserer Liebe usw. Aber menschliche Liebe ist nicht Gott, sondern Gott ist Liebe. Der Punkt ist also, nicht weltliches Seiendes mit Gott zu identifizieren und dann Gott von weltlichem Seienden her zu verstehen (diesen Weg geht wohl gern die Esoterik), sondern umgekehrt weltliches Seiendes von Gott her zu verstehen.

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  7. Der Fisch sagte: „Ja, ich wollte aber eigentlich nicht in Richtung Esoterik gehen, sondern mehr in Richtung Philosophie.“

    Und was soll uns das sagen?

    🍁

    Begriffsbestimmung:

    Esoterisch kommt aus dem Griechischen
    und bedeutet: esōterikós = innerlich.

    „Esoterisch“ wird in den Religionen der Bereich genannt,
    der nur wenigen Menschen bekannt, zugänglich und
    vertraut ist: Der innere Zirkel oder das geheime Wissen.

    „Exoterisch“ wird genannt, was dagegen allen religiösen
    Menschen zugänglich, offen und bekannt ist.

    Also alles, was der Kurt, der Marc oder der Nirmalo auf
    einfache Weise zu Gesicht oder zu Ohren bekommen, ist
    NICHT esoterisch. Esoterik = Das Verborgene.

    🍂

    „Philosophie“ ist gemäß der Wort-Herkunft:

    „Die Liebe zur Weisheit“.

    Und die Liebe zur Weisheit setzt die
    Liebe zur Wahrheit grundlegend voraus.

    Die Philosophie ist also sehr anspruchsvoll.

    Alles, was unterhalb von Weisheit und
    Wahrheit rangiert, ist NICHT Philosophie.

    Philosophie ist auch nichts Akademisches.

    Die Sensoren für Wahrheit und Weisheit
    sind ausnahmslos ALLEN Menschen eigen.

    🍁

    Fisch: „Trotzdem finde ich es immer interessant, philosophisch über so etwas einmal nachzudenken“

    Philosophie ist nicht bloß „interessant“, unterhaltsam.
    Sie ist nicht billig. Sie hat auch nicht viel (im Grunde
    genommen (!) gar nichts) mit Denken zu tun, sondern
    mit Einsicht.

    Eine Einsicht geschieht plötzlich,
    ist nicht eine Folge des Denkens.

    Einsicht gehört zur Vertikalen,
    Denken bloß zur Horizontalen.

    Unser Denken hat zur Vertikalen keinen Zugang.

    🍂

    Der Fisch: „Naja, alles Denken von uns Menschen bleibt ja letztlich aber doch Theorie…“

    Ja, die Theorien sind Kinder des Denkens.
    Auf der Horizontalen haben sie ihre Berechtigung.

    Und wenn du sagst:

    „endgültig, also immer gültig, ist … nur das göttliche Bewusstsein. Aus diesem kann nichts herausfallen, weil alles, was es gibt, in diesem Bewusstsein enthalten ist.“

    …kann ich dir einfach nur zustimmen.

    Denn das ist einfach wahr.

    Theorien und Glauben gehören zur Horizontalen,
    das Wissen im Sinne von Gewißheit zur Vertikalen.

    🍁

    Freundliche Herbstgrüße! 🍂

    PS:
    Zwischen dem Bewußtsein und
    der Liebe gibt es keinen Konflikt.

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  8. @ „Wenn der Mensch Bewusstsein hat, ist er demzufolge in Gott.“

    „demzufolge“? Gott ist kein Kind unserer primitiven Logik!

    Dennoch JA: Der Mensch ist in dem,
    was wir „göttlich“ oder Gott nennen.

    Es gibt ja nichts, außer Gott.

    🍁

    @ „Wenn der Mensch Bewusstsein hat, ist er demzufolge in Gott.“

    Das Bewußtsein ist größer als der Mensch.
    Der Mensch „hat“ kein Bewußtsein, er befindet sich in ihm.

    Der Mensch befindet sich immer in Gott.

    Ob jemand im Moment bewußt ist oder eher wie „schlafend“
    durch die Gegend rennt, ist wieder eine andere Bedeutung.

    🍁

    @ „auch, wenn der Mensch kein Bewusstsein hat, wenn er ohnmächtig ist beispielsweise oder im Koma, ist er immer noch im Bewusstsein Gottes“

    Ja. Da gibt es kein Entrinnen.

    Und nun die dritte Bedeutung von Bewußtsein:

    Ob jemand, wenn er „ohnmächtig“ oder „im Koma“ ist,
    dennoch bei Bewußtsein ist, wissen wir nicht genau,
    da Erfahrungen nicht objektivierbar sind. Feststellbar
    ist nur, daß es hier meist keine Erinnerungen gibt.

    Fehlende Erinnerung sagt aber nichts
    über Bewußtheit/Unbewußtheit aus.

    In tiefer Meditation sind wir bewußt,
    – doch findet jetzt kein Denken statt.
    Deshalb gibt es anschließend auch
    keine Erinnerung an diese Phase.

    Näheres zu Bewußtsein unter diesem Link. Willkommen!
    https://philosophischereplik.home.blog/bewusstheit/

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  9. Fisch: „ob wir nun leben oder tot sind, wir sind in Gott.“

    So is.
    Da ist kein Entkommen.

    Ob wir, je nach Sprache und religiösem Konzept von Manitu, von Gott, Jahwe, Allah, von Bewußtsein oder ob die Hinduisten von Trinität sprechen, alle diese Begriffe weisen letztlich auf das Selbe.

    🍂

    Fisch: „Wir sind dieser Theorie zufolge immer in Gottes Bewusstsein“

    Wieso „Theorie“ ? ?

    Versuch doch mal – ganz praktisch – wo anders zu sein.

    🍂

    Fisch: „…bleiben wir immer in diesem Bewusstsein, auch, wenn wir tot sind“

    Sterben kann nur, was auch geboren wurde.
    Was nicht geboren wurde, kann nicht sterben.

    Das Sterben des Körpers beginnt mit der Geburt.
    Wir kamen ohne Identität und Erinnerung.

    Genau so gehen wir auch wieder:
    Alle Leihgaben lassen wir zurück.

    In Momenten, in denen wir sehr
    bewußt sind, wissen wir das auch.

    Das ist die vierte Bedeutung von Bewußtsein.

    🍂

    Marc: „endgültig, also immer gültig, ist … nur das göttliche Bewusstsein. Aus diesem kann nichts herausfallen, weil alles, was es gibt, in diesem Bewusstsein enthalten ist.“

    Falls… das keine bloß ausgedachte „Theorie“ oder von
    irgendwo her abgeschrieben, sondern wirklich DEINE
    Einsicht/Erkenntnis sein sollte…, gratuliere ich dir! 🌾

    Gefällt 1 Person

  10. Marc: „Das sind zwar meine eigenen Gedanken“
    Ein Fisch: „aber letztlich bleibt es doch Theorie“

    Das erinnert mich an den Thomas, der glaubte,
    nur (er)fassen zu können, was er anfassen kann.

    🌿

    Ist denn euer Herz erstarrt?

    Wer Augen hat zu sehen, der sehe!
    Wer Ohren hat zu hören, der höre!

    – Mk 8.18

    Wir haben verlernt, mit den feineren Sinnen wahr-zu-nehmen.

    Die Wissenschaft sagt, daß sich um unseren gesamten Körper herum ein Energiefeld befindet. Ist zum Beispiel durch einen Unfall ein Gliedmaß abgetrennt worden, existiert das Feld um die Stelle des fehlenden Gliedmaßes herum weiterhin, bis es nach einiger Zeit verschwindet.

    Solange das Feld noch da ist, kann das abgetrennte Glied wieder angebracht werden: Heilung geschieht.
    Ist das Feld nicht mehr da, kann der Chirurg nichts ausrichten.

    Das heißt: Es ist nicht der Körper, das Sichtbare,
    welches heilt, sondern das energetische Feld.

    Die beobachtbare körperliche Heilung
    ist die Folge unsichtbaren Geschehens.

    Die Welt ist mehr, als nur das, was
    unsere Augen zu sehen bekommen.

    🌿

    Wenn das wirklich deine „eigenen Gedanken“ sind, dann sind sie weit mehr als nur deine „eigenen Gedanken“ …oder gar Theorien.

    Theorien sind bloß Theorien, erdachte Gebilde, Konstrukte des
    Erwünschten, Glaubenssysteme. Als vorläufige Annahmen sind
    sie hilfreich. Aber dann… sind sie obsolet. Die objektivierbare Welt ist praktisch und nützlich, doch nur ein winzig kleiner, offen sichtlicher Teil dessen, was ist.

    🌿

    Die Liebe ist nicht beweisbar.
    Ist sie also nur eine Theorie ?

    Oder weißt du dennoch: Sie ist! ?

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  11. Ja, einerseits schon, aber andererseits würde ich es so ausdrücken, wie Paulus es einmal ausgedrückt hatte, alle menschliche Erkenntnis ist Stückwerk. Derzeit sehen wir noch undeutlich wie durch einen Spiegel, aber später einmal, bei Gott, werden wir ihn von Angesicht zu Angesicht erkennen.

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  12. Zitat: „wie Paulus es einmal ausgedrückt hatte, alle menschliche Erkenntnis ist Stückwerk“ (1. Korinther 13)

    Da hat er Recht, der Mann aus Tarsus.

    Wenn wir SELBER tiefer in die Dinge blicken,
    wissen wir das ebenfalls… bereits jetzt.

    Unsere ganzes Wissen, die gesamte Wissenschaft, so kompliziert
    sie auch sein mag, ist nichts als kindliches (2) Stückwerk.

    🌱

    Wär lieb, wenn du nicht alle meine Fragen ignorieren würdest. 😉

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